17.01.2018
Kategorie: MM Zielgruppe, WP Bewegung, PG Gesellschaft, PA Interviews
Kerstin Lötzerich-Bernhard

Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink: „Sport war mein Anker!“

Die neue Doku-Reihe „Nicht zu stoppen“ begleitet sechs jugendliche Topathleten verschiedener sportlicher Disziplinen auf dem Weg zu ihrem großen gemeinsamen Traum: die Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2020. Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink gibt den Jugendlichen Tipps für ihr persönliches Weiterkommen, ZDF-Sportmoderator Sven Voss coacht sie in Sachen Kommunikation und Selbstpräsentation. Einen überraschenden Gastauftritt hat außerdem Basketballsuperstar Dirk Nowitzki. 


Diese sechs Athleten sind "Nicht zu stoppen": Olympiasieger Julius Brink gibt den jungen Sportlern wertvolle Tipps mit auf den Weg zu den paralympischen Spielen.

Im KiKA-Fernsehen ab Montag, den 22. Januar 2018, montags bis donnerstags, 20:10 Uhr.

Julius Brink gab dem CareTRIALOG seine Sicht und Erfahrungen der Zusammenarbeit mit den jugendlichen Sportlern wieder und dass es sich lohnt, für einen Traum zu kämpfen.

 

Die neue ZDF-Doku-Reihe "Nicht zu stoppen" begleitet sechs jugendliche Top-Athleten verschiedener sportlicher Disziplinen auf dem Weg zu ihrem großen gemeinsamen Traum: die Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2020. Wie wichtig ist Sport für die Selbstständigkeit und Entwicklung?

Julius Brink: Ich glaube, dass Sport in einem außerordentlichen Maße zur Entwicklung eines jeden Menschen einen positiven Beitrag leisten kann. Ich habe dies persönlich selbst erlebt, als ich in der Pubertät ein wenig orientierungslos war. Sport war damals mein Anker! Es hat mir sehr geholfen.

 

Wie schätzen Sie die Wahrnehmung behinderter Sportler in unserer Gesellschaft ein?

Julius Brink: Ich denke, dass die Entwicklung grundsätzlich positiv ist. Sendezeiten im TV nehmen zum Beispiel immer mehr zu. Die Akzeptanz in der Gesellschaft steigt. Es gibt erste behinderte Sportler, die es schaffen, sich finanziell so aufzustellen, dass sie ihrem Sport zu 100 Prozent nachgehen können, ohne nebenher noch arbeiten zu müssen. Die Bundeswehr und ihre Sportförderung spielt auch hier eine wichtige Rolle. Aber es gibt trotzdem noch viel zu tun.

 

Müssen Sportler mit Behinderung mehr kämpfen?

Julius Brink: Das kann ich schwer beurteilen, aber natürlich stehen noch immer Sportler ohne Behinderung mehr im Fokus der Medien und Sponsoren.

 

Was hat Sie an den jugendlichen Sportlern am meisten beeindruckt/berührt?

Julius Brink: Definitiv ihre Zielstrebigkeit und ihre Art und Weise, positiv durchs Leben zu gehen.

 

Gibt es etwas, was Sie für sich ganz persönlich aus den Begegnungen „gelernt“ haben?

Julius Brink: Die Begegnung haben mich ein Stück weit geerdet. Sie relativieren einiges. Mein Respekt und meine Bewunderung für Menschen mit Behinderung hat noch einmal zugenommen.

 

Verbindet Sport behinderte und nicht-behinderte Sportler?

Julius Brink: Die Antwort ist schnell gefunden: Ja.

 

Was halten Sie eigentlich vom Begriff Inklusion? Hat dies für Sie eine echte Bedeutung oder ist dies nur ein ‚wünsch dir was‘ von Weltverbesserern?

Julius Brink: Ich denke schon, dass Menschen mit Behinderung besondere Unterstützung aus unserer Gesellschaft brauchen. Ich bin kein Experte, was die Eingliederung behinderter Menschen im Detail angeht, ich denke jedoch, dass wir hier auf einem guten Weg sind. Trotzdem sind wir noch lange nicht am Ziel.

 

Was können Sie persönlich den behinderten Sportlern mit auf den Weg geben? Was ist Ihnen hier besonders wichtig?

Julius Brink: Ich habe die Sportler als Menschen wahrgenommen und nicht als Sportler mit Behinderung. Ich habe wirklich versucht, als Ex-Sportler den ein oder anderen Tipp zu geben und vom Traum Olympia zu berichten und dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen. Die Behinderung der Sportler rückte total in den Hintergrund für mich.

 

Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!

 

Foto: Copyright © ZDF/Tom Trambow 


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