CareTRIALOG: Nachlese zum 1. ThemenCamp Zukunft Gutes Wohnen
07.12.2017
Kategorie: MM Marktentwicklung, AI Trendscouting
Tanja Ehret

Nachlese zum 1. ThemenCamp Zukunft Gutes Wohnen

Am 24. November 2017 trafen sich erstmals im Rahmen eines ThemenCamps rund 30 Experten aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Pflege. Gastgeber waren die Medien- und Vernetzungsplattform CareTRIALOG sowie das Forschungsinstitut IHD, in dessen Räumlichkeiten in Dresden auch getagt wurde. Ziel war es, ein Zukunft Gutes Wohnen Haus zu entwickeln, denn wir werden alle älter, weniger und bunter. Gemeinsam sollte erarbeitet werden, wie unter diesen Bedingungen in der Zukunft Wohn- und Wohnungskonzepte für ältere Menschen aussehen können.


Auftakt in die Zukunft

 

Unter diesem Motto hielt die Trendforscherin Lola Güldenberg den Eröffnungsvortrag „Zehn Jahre vor – zehn Jahre zurück! 2027 fühlt sich zu heute an wie 2007 zu 2017“. Lola Güldenberg gab einen Überblick, welche Trends und Strömungen uns in den nächsten Jahren prägen und verändern werden, und welchen Einfluss sie gezielt auf unser „Wohnen im Alter“ haben werden. Im Anschluss folgten drei kurze Impulsvorträge, die neugierig auf die danach geplanten ThemenCamps machen sollten:

 

  • Mit hybriden Nutzungsformen Mehrwert schaffen – unterschiedliche Versorgungsformen im Bereich Pflege, Betreuung und Wohnen.

Als Industriedesigner und Immobilienexperte hat Manfred Heider von der amedus development AG diese Aspekte im ThemenCanp präsentiert und moderiert.

 

  • Wohnen und Leben in der Zukunft – die Wohnung betreut seinen Bewohner. Wie „Wohnen 4.0“ ohne Big Data, ohne Verlust der Privatsphäre und mit höchster Zugriffsabsicherung von außen möglich wird.

Moderiert wurden diese Fragestellungen von Axel Albrecht von der Assisted Home Solutions, der in seinem Wohn- und Quartierszentrum WoQuaz bereits in der Praxis beweist, wie Wohnen 4.0 funktioniert.

 

  • Ein ganzes Leben auf 16m² – können flexible Miniapartments auf wechselnde Pflegeanforderungen reagieren?

Diese Frage wollte Susanne Trabandt, Architektin und Sachverständige für Barrierefreies Planen und Bauen vom USEability LAB am IHD, in ihrem ThemenCamp mit den Teilnehmern klären. 

 

Die Teilnehmer hatten nun in den ThemenCamps die Möglichkeit, mit den anderen Experten ihre persönlichen Fragestellungen und Lösungsansätze rund um diese drei Themen zu diskutieren. Es folgten, teilweise kontroverse aber intensive Diskussionen, gepaart mit Visionen die zu ersten möglichen Produkt- und Projektideen weiter entwickelt wurden. Konkrete Projektideen entstanden für den alters- und pflegerechten Lebens- und Wohnraum.

 

 

Neue Wohn- und Versorgungsformen

 

Ist Deutschland bald ein Land ohne Pflegende? Ein durchaus realistisches Szenario auf das wir zusteuern. Vor allem in der Betreuung Pflegebedürftiger und deren Versorgung werden daher neue Strukturen und Denkansätze benötigt. Ein „virtuelles Pflegeheim“ bestehend aus allen notwendigen Versorgungsangeboten innerhalb eines Quartiers mit ca. 10.000 Einwohnern könnte eine Lösung darstellen. Vielschichtige Angebote müssten von Beratung und  Freizeitgestaltung über Betreuung und Pflege reichen und eingebettet in singuläre, ambulant betreute Wohnungen bis hin zu vollstationären Wohnformen sein.

 

Die Teilnehmer waren sich einig, dass pflegegerechte Apartments entwickelt werden müssen, die den Anforderungen der Bewohner aber auch der Pflegekräfte entsprechen und dennoch modernsten Wohnansprüchen genügen. Insbesondere in Innerstädtischen Lagen, wo meist nur kleine Wohnungen zur Verfügung stehen, ergeben sich Herausforderungen auf engstem Raum vielfältige Funktionen zu kombinieren, deren Nutzung auch älteren und pflegebedürftigen Menschen zugutekommt.

So verständigten sich die Teilnehmer darüber, an der Weiterentwicklung des Pflegebettes und des Rollators gemeinsam zu arbeiten. Auch für den Problemschwerpunkt Bad wurden viele Ideen entwickelt. Einig war man sich nach intensiver Diskussion, dass ein eigenes Bad wichtig für die Wohnzufriedenheit ist und deshalb zu jeder Wohnung dazu gehören muss. Deshalb werden auch dafür Projektideen vertieft bearbeitet.

 

Eine vielfältige technische Unterstützung wird in Zukunft immer wichtiger werden, darüber bestand Einigkeit unter allen Teilnehmern. Warum sich bisher AAL-Systeme wenig oder gar nicht durchgesetzt haben, wurden intensiv diskutiert. Die Herausforderung liegt vielfach darin, dass es zu viele Solitär-Systeme respektive Produkte gibt, die keine offenen Schnittstellen bieten, um mit anderen Systemen und / oder Produkten zu kommunizieren. Ein aktuelles EU-Forschungsprojekt, ACTIVAGE, soll hier Abhilfe schaffen.

 

Nach einer Ergebnisdiskussion in großer Runde vereinbarten die Teilnehmer gemeinsam an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Bis Jahresende werden dafür die Projektideen vertieft und Arbeitsgruppen gebildet. Ein erster Schritt auf dem Weg zum innovativen Zukunft Gutes Wohnen Haus.

 

Fotos: Copyright USEability LAB am IHD  

 

 


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