06.12.2018
Kategorie: MM Marktentwicklung, PA Blickpunkt
Tanja Ehret

Regionale Pflegekompetenzzentren

Die Versorgung älterer auf Pflege angewiesener Menschen ist eine der großen gesellschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Der Anteil von älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland ist hoch und steigt tendenziell weiter an. Etwa die Hälfte der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern ist heute schon älter als 60 Jahre, über zwölf Prozent von ihnen sind von einer Demenzerkrankung betroffen.


Doch die Pflegeangebote – vor allem in Verbindung mit den Angeboten der medizinischen Versorgung – konkurrieren vielfach miteinander, statt aufeinander abgestimmt zu sein. Die starre Trennung der stationären und ambulanten Angebote produziert Effizienz- und Qualitätsverluste durch nicht miteinander verschränkte Leistungssysteme.

 

Um den absehbaren Versorgungsproblemen zu begegnen und die Vernetzung vor Ort zu optimieren, bringt die DAK-Gesundheit ein neues Konzept in die Diskussion um bessere Pflege ein. Regionale Pflegekompetenzzentren können die Zusammenarbeit aller Akteure unterstützen und damit vorhandene Ressourcen besser nutzbar machen.

 

Ziel ist es, die Situation von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen unter Einbezug der besonderen Situation des Einzelnen zu verbessern. So kann ein regionales Pflegekompetenzzentrum einen wesentlichen Beitrag zu einer integrierten und bedarfsgerechten Infrastruktur leisten – insbesondere in unterversorgten Regionen. Digitale Anwendungen sind dabei ein wichtiges Element, um die Vernetzung zu erleichtern.

 

„Das Konzept der regionalen Pflegekompetenzzentren ist ein wichtiger Baustein zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflege“, so Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

 

 

Die Autoren:
Prof. Dr. Thomas Klie, Jahrgang 1955, Professor für öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft an der Evangelischen Hochschule Freiburg, Rechtsanwalt. Case Management Ausbildung (DGCC) an der IFW Freiburg. Herausgeber und Schriftführer der Zeitschrift Case Management. Leiter des AGP – Institut für angewandte Sozialwissenschaft im FIVE e.V. Freiburg.

Prof. Dr. Michael Monzer, Diplom-Psychologe, Projektmanager und Sozialplaner beim Sozialamt Stuttgart. Als Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management mitverantwortlich für die Entwicklung einer standardisierten Case Management-Weiterbildung. Mitautor der Rahmenempfehlungen für das Handlungskonzept des Case Managements. Als zertifizierter Case Management-Ausbilder lehrt er seit 2003 an verschiedenen Instituten in Deutschland. Promotion an der IFF-Fakultät der Universität Klagenfurt zum Thema Rollenunsicherheit und Rollenkonflikte im Case Management. Er ist seit März 2017 Honorarprofessor der Evangelischen Hochschule Freiburg. 

 

 

Bibliografische Angaben:

Strom (Hrsg.): Regionale Pflegekompetenzzentren.

Buch & Poster. 33 Seiten. 19,99 €. ISBN 978-3-86216-502-5  


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