16.10.2018
Kategorie: WP Qualität, AI Innenarchitektur, WP Wohnformen
Hedda Werner

Professionelles Einrichtungskonzept als nachhaltiger Erfolgsfaktor in der Pflege – Wie wichtig eine gute Einrichtungskonzeption für die Außenwirkung, Mitarbeiterbindung und die Bewohner sind

Katja Halbauer-Beyer und Dirk Beyer sind Geschäftsführer der Wohnen Plus GmbH & Co. KG in Kraftsdorf in Thüringen. Die Wohnen Plus GmbH & Co. KG bietet das komplette Spektrum der Pflege im ländlichen Bereich: Pflegedienst, Tagespflege, Pflegeheim und Betreutes Wohnen.

2013 entschied sich die Geschäftsführung für ein professionelles Einrichtungskonzept und verzeichnet seither signifikante Veränderungen in sämtlichen Unternehmensbereichen.

Wir haben mit den Geschäftsführern der Wohnen Plus GmbH & Co. KG darüber gesprochen, warum sie auf ein professionelles Einrichtungskonzept setzen und wie dieses ihr Unternehmen, ihre Mitarbeiter und die Lebenszufriedenheit ihrer Bewohner grundlegend verändert hat.


Professionelles Einrichtungskonzept als nachhaltiger Erfolgsfaktor in der Pflege – Wie wichtig eine gute Einrichtungskonzeption für die Außenwirkung, Mitarbeiterbindung und die Bewohner sind!

 

Bitte skizzieren Sie kurz Ihr Unternehmen
Die Wohnen Plus GmbH & Co.KG mit ihrem betreuten Wohnen und der integrierten Tagespflege wurde 2013 als dringend benötigte Ergänzung zu den bestehenden ambulanten- und stationären Strukturen gegründet.

Ziel war es, dem demographischen Wandel und den sich anbahnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch wollten wir als familiengeführtes Pflegenetzwerk im ländlichen Raum eine bestmögliche Versorgung für Pflegebedürftige schaffen, damit diese so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.

 

Was hat Sie bewogen, ein professionelles Einrichtungskonzept erstellen zu lassen?

Ursprünglich wollten wir nur einige Ruhesessel bei WiBU ObjektPlus GmbH kaufen. Als professioneller Dienstleister im Bereich Einrichtungskonzepte für Pflegeimmobilien erstellte uns die WIBU ein ganzheitliches Einrichtungskonzept, bei dem unsere Wünsche von Beginn an in die Planung mit eingearbeitet wurden. Besonders von Vorteil war, dass wir uns noch in der Rohbauphase befanden und so konnten wir zum Beispiel Räume verändern, um Abläufe zu optimieren und die Kapazität zu erhöhen.

 

Was sind die Eckpfeiler Ihres Einrichtungskonzeptes?

Wenn man von Eckpfeiler sprechen kann, würden wir diese so beschreiben:

 

  • Der Wohlfühlfaktor sollte sofort für Mitarbeiter und Bewohner erkennbar sein und sich konsequent durch alle Bereiche ziehen (selbst im Treppenhaus)
  • Hotelähnlich, um das Gefühl eines angenehmen und komfortablen Aufenthalts zu vermitteln
  • Flexibel, um auf neue Veränderungen einzugehen
  • Realisierung optimaler Arbeitsabläufe
  • Die Kapazität, um wirtschaftlich tragfähig zu sein

 

 

Welchen Einfluss hat Ihr Einrichtungskonzept auf die Wertschätzung in Ihrem Unternehmen?

Das Einrichtungskonzept hat in sämtlichen Bereichen einen sehr großen Einfluss auf die Wertschätzung! Nur ein Beispiel: Nach zwei Jahren Betrieb gab es an einigen Stellen starke Verschleißerscheinungen an einigen Wänden, gerade Rollatoren und Rollstühle haben großen Schaden angerichtet. Kurioserweise, weil die Benutzer nicht an ein Möbelstück stoßen wollten. Da kam die Idee, in den extrem frequentierten Bereichen eine stoß- und kratzfeste Tapete anzubringen. Im zweiten Bereich, in dem die Rollatoren abgestellt werden, haben wir uns bewusst für eine sehr teure Seidentapete entschieden, die normalerweise für diesen Bereich völlig ungeeignet ist. Aber seitdem wird diese Wand genauso geschätzt wie ein Möbelstück und erfährt somit die gleiche Wertschätzung. Gerade unsere ältere Generation weiß Qualität und schöne Dinge zu schätzen.

 

Was ist Ihr ganz persönliches Highlight des Einrichtungskonzeptes?

Die Frage ist schwierig zu beantworten. Zum einen fühlen wir uns in unserem Büro sehr wohl, zum anderen finden wir die Tagespflege und das Foyer sehr gelungen und dann freuen wir uns auch immer über die warme Atmosphäre im Schwesternzimmer. Aber der gelungenste Bereich ist für uns der Gemeinschaftsbereich im Obergeschoss mit seiner Wohnküche. Dieser Bereich mit seinem kleinen Balkon ist multifunktional, wohnlich, hell, freundlich, ein toller Ausblick bietet dazu noch Rückzugsmöglichkeiten und das zu jeder Jahreszeit. Dieser Bereich wird nicht nur von unseren Bewohnern und ihren Angehörigen besonders geschätzt, sondern auch von unseren Mitarbeitern.

 

Welche unternehmerischen Veränderungen verzeichnen Sie durch die Umsetzung des Einrichtungskonzeptes?

Wir hören sehr oft „Bei Euch ist es aber toll, das hätten wir nicht vermutet“. Gerade durch dieses Einrichtungskonzept haben wir im Umkreis ein Alleinstellungsmerkmal. Zu einem professionell aufgestellten Pflege-Unternehmen zählt mittlerweile neben der Qualität der Arbeit mehr denn je der Gesamteindruck mit einem ansprechenden Erscheinungsbild. Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei zukünftigen Klienten und Angehörigen der erste Eindruck den Ausschlag gibt.

 

Ihr Unternehmen wurde als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet. Welche Rolle spielt dabei Ihr Einrichtungskonzept?

Gerade die Praxis hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, seinen Mitarbeitern eine gewisse Wertschätzung entgegen zu bringen! Eine gute Bezahlung, Weiterbildungsmöglichkeiten setzen wir natürlich voraus, aber ein angenehmes Arbeitsumfeld mit sehr guten Arbeitsbedingungen ist mittlerweile ebenso wichtig! Unsere Philosophie ist es, dass sich unsere Mitarbeiter auch bei der Arbeit wohlfühlen sollen. Dies zeigt sich, dass wir bis jetzt alle neuen Stellen durch Weiterempfehlungen unserer Mitarbeiter besetzen konnten. Wir denken, hier spricht der Erfolg unseres Konzeptes für sich.

 

Was ist Ihnen als Arbeitgeber in der Pflege besonders wichtig?

Wir sollten in der Pflege selbstbewusster auftreten, gerade in Bezug auf die zukünftigen Aufgaben, die in der Pflege auf uns zukommen. Dazu gehört auch ein Wandel des Images des Pflegeberufs. Wir in der Pflege sollten die gleiche Wertschätzung erfahren, die wir täglich unseren Klienten entgegenbringen.

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für ihre Branche?

Zum einen im demographischen Wandel, den wir mit neuen Konzepten im ambulanten-, teilstationären- und stationären Bereich bewältigen müssen; zum andern mit der mangelnden Attraktivität unserer Branche und dem damit verbundenen Fachkräftemangel. Hier sehen wir nur diejenigen Unternehmen gerüstet, die sich professionell aufstellen und mit flexiblen Konzepten und Arbeitszeitmodellen auch für Familien und gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter attraktiv sind.

 

Wie kann Ihrer Meinung nach ein professionelles Einrichtungskonzept helfen, diese Herausforderungen zu meistern?

Ein professionelles Einrichtungskonzept wird immer mehr in den Fokus rücken. Die Themen Zeit und Mitarbeiter werden immer kostbarer, da kann ein angepasstes professionelles Einrichtungskonzept die Arbeit entscheidend erleichtern. Zum anderen trägt es entscheidend dazu bei, die bestehenden Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue, leistungsstarke Mitarbeiter zu gewinnen.

 

Frau Halbauer-Beyer, Herr Beyer, vielen Dank für das Interview!

Weitere Information: https://www.pflege-kraftsdorf.de/pflegedienst-tagespflege/

 

 

Fotos Copyright: Wohnen Plus GmbH & Co.KG und WIBU ObjektPlus GmbH


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