07.11.2018
Kategorie: WP Qualität, FT Hygiene, PG Risikomanagement
Kerstin Lötzerich-Bernhard

Ohne Kontrolle keine Sicherheit!

Die hygienischen Aspekte und Standards in Pflegeheimen und Krankenhäusern sind von besonders großer Wichtigkeit und stehen daher seit Jahren im Fokus. „In Pflegeheimen betrifft das in erster Linie die Überprüfung von speziellen Hygienestandards bei MRE, Noroviren und anderen Isolationsformen. In Krankenhäusern ist hier das Antibiotic Stewardship zu nennen. Denn Antibiotikaresistenzen nehmen zu und erfordern Strategien (Abgabe und Handling) zum rationalen Einsatz von Antiinfektiva“, so Axel Jakobi vom Gesundheitsamt des Kreises Paderborn und Mark Peters, Praxismanagement Bublitz-Peters, Heidelberg.


Mark Peters

Axel Jakobi

Vor allem im Bereich unzureichender Trinkwasserqualität lauern große Gefahren. „Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat jüngst multiresistente Erreger in zwei Badeseen in Bayern nachgewiesen. Die Erreger können von überall her stammen, wo Antibiotika eingesetzt werden, und meistens bedeutet das: aus Krankenhäusern und der Landwirtschaft. Kläranlagen sind oft nicht in der Lage, diese Keime herauszufiltern, und so ist auch geklärtes Wasser aus medizinischen Einrichtungen häufig damit belastet. Die Tiermast trägt ebenso zu dem Problem bei; die Erreger befinden sich in der Gülle und können durch Regen oder Erosion ebenfalls in die Gewässer gelangen. Darüber hinaus besteht gerade in alten Häusern im Gesundheitswesen oder in Hotels mit nicht gepflegter Trinkwasserhygiene die Gefahr von Legionellen“, führen Jakobi und Peters weiter aus.

 

Auch bei der HANSA Armaturen GmbH haben daher die sensiblen Anforderungen im Healthcare-Bereich Priorität und unterstützt Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Institutionen mit durchdachten und innovativen Produkten, die voll auf Sicherheit, Hygiene und Keimfreiheit eingestellt sind, um u. a. höchste Trinkwasserqualität gewährleisten und Verletzungsgefahren minimieren zu können. Dies passiert zum einen durch besondere Armaturenarten und -formen, zum anderen durch die Wahl der eingesetzten Materialien.

 

Bei den Armaturenarten wird zwischen verschiedenen Varianten unterschieden. Thermostate: Damit das Trinkwasser frei von Legionellen und anderen Keimen bleibt, bieten viele HANSA Armaturen und Thermostate die Möglichkeit zur thermischen Desinfektion unter Einhaltung der DVGW W 551. Einhebelmischer: Ein besonderer Wert liegt bei den Produkten auf der Materialbeschaffenheit und der Formgebung, um sie leicht und zeitsparend reinigen zu können. So wird für mehr Hygiene und für einen fast nahtlosen Betrieb gesorgt. Berührungslose Armaturen: Diese verbessern die Hygiene vor allem in Bereichen mit hoher Nutzung wie etwa in öffentlichen Waschräumen. Denn bei Touchless-Ausführungen beginnt das Wasser erst zu fließen, wenn die Hände unter den Sensor gehalten werden. Auf diese Weise reduziert sich die Übertragung von Keimen auf ein Minimum. Handbrausen: Sie tragen zur besseren Hygiene im Badezimmer bei. Beispielsweise ist ein aerosolarmer Laminar-Wasserstrahl so angelegt, dass es zu keiner Luftbeimischung und zu keinen Verwirbelungen kommt: Das fühlt sich angenehm auf der Haut an und minimiert die Ausbreitung von Keimen. Die dazugehörigen Brausestangen aus Vollmetall sorgen für mehr Stabilität und eine geringe Verformung. Sie unterstreichen damit die Thematik „Greifen und Sicherheit“, was für Menschen mit Einschränkung eine besonders wichtige Rolle spielt.

 

Bei den Armaturenformen sind folgende Eigenschaften zu beachten: Abgerundete und softe Ecken und Kanten schützen vor Stoßverletzungen. Kleinste Spaltmaße sorgen für schnelle und leichte Sauberkeit. Unterschiedliche Hebelformen tragen zur Verbesserung der Hygiene bei: beispielsweise ermöglicht ein Hebel mit einem leicht nach oben gebogenen Abschluss die hygienefreundliche Bedienung mit dem Handrücken.

 

Bei der Auswahl der Materialien verwendet Hansa für alle wasserführenden Teile ausschließlich entzinkungsbeständige, korrosionsresistente Messinglegierungen. Die Oberflächen mit Trinkwasserkontakt sind auf die Wasserqualität und damit auf die Gesundheit der Anwender abgestimmt: Die Beschichtung der wasserführenden Komponenten ist nickelfrei und hat durch das HANSAPROTEC-System einen auf unter 0,3 % reduzierten Bleigehalt.

Zusammenfassend weisen HANSA Armaturen speziell im Healthcare-Bereich folgende Eigenschaften in Bezug auf Sicherheit, Hygiene und Ergonomie auf: Für eine erhöhte Sicherheit sorgt beispielsweise ein Verbrühschutz (integrierte Heißwassertemperaturbegrenzung), thermische Desinfektionen (Legionellen-Spülung; auf Grundlage DVGW W551), Laminar-Strahlen zur Prävention von Aerosolen, klare deutliche Rot-/Blau-Markierungen, kein Erhitzen der Oberflächen bei Thermostaten und Handbrausen (Thermocool), berührungslose Bedienungen und zusätzlich per App einstellbare Hygienespülungen, Wasserlaufzeiten etc.

 

Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Trinkwasserhygiene wird durch 100 % UBA-konforme Produkte gewährleistet. Beim Material ist auf den Einsatz an Blei armen, nickelfreien Wasserwegen zu achten. Spezielle Konstruktionen des Auslaufes sorgen dafür, dass Stagnationswasser reduziert wird (Vermeidung von Totraum). Durch zusätzliche Auslaufentleerungen wird ebenfalls Stagnationswasser vermieden. Alle Anschlüsse sollten verdeckt und dreifach abgedichtet sein. Ergonomische Vorteile bringen unterschiedliche Hebelformen je nach Anwendung (beispielsweise extra lange Hebel oder Bügelhebel, um mit den Fingern die Armatur zu öffnen) sowie um 360 Grad drehbare Handbrausen, die zusätzlich bis zu 95 Grad Celsius desinfizierbar sind.

 

Bezogen auf die Entwicklung der Armaturen im Healthcare-Bereich kann beispielsweise HANSA auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken. HANSA ist Teil von unterschiedlichen Arbeitskreisen bzw. aktiver Partner bei entsprechenden Forschungsprojekten im Bereich der Krankenhaushygiene. Neben Feldstudien, welche mit diversen Krankenhäusern gemeinsam entwickelt werden und in die Produktentwicklung mit einfließen, kooperiert HANSA mit der GGT (Gesellschaft für Gerontotechnik).

 

Sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeheimen und ähnlichen Institutionen, erfordern vor allem an Demenz erkrankte Menschen ganz bestimmte, unterstützende Lebensumgebungen. Auch hierzu bietet HANSA speziell auf die Bedürfnisse eingeschränkter Personen abgestimmte Produktlinien: 

 

HANSAFIT: Farbe im Bereich der Hebel bzw. der Armatur als ganzer Armaturenkörper schafft eine klare Abgrenzung (Visualisierung) am Waschtisch. Somit kann der Demenzpatient hier den Bediengriff vom Armaturenkörper unterscheiden und hat eine Hilfestellung im Bad (selbstbestimmtes Leben). Die Funktionshandbrause ermöglicht dem Pfleger, unterstützend am Waschtisch zu pflegen (Körperpflege, Haarewaschen). Sie vereinfacht, dank eines Aktionsradius von bis zu 1.50 Meter, die Hygiene pflegebedürftiger Menschen erheblich, und es muss nicht zwingend die Dusche aufgesucht werden. Auch die Bedienung und Nutzung der Funktionsbrause gestaltet sich einfach und bequem über einen Hebel am Brausekopf.

 

 

 

HANSAMEDIPRO Touchless-Variante: Berührungslose Armaturen und damit verbunden eine eingestellte Temperatur sorgen für Sicherheit (Verbrühschutz) und ermöglichen bei eingeschränkter haptischer Sensorik des Patienten ein intuitives und sicheres Händewaschen. Zudem kann der Nutzer nicht vergessen, die Armatur zu schließen, da diese selbstständig schließt.

 

 

HANSAMEDIPRO Flex: Ob bei der selbstständigen Körperpflege (selbstbestimmtes Leben) oder beim Waschen pflegebedürftiger Personen, der ergonomisch geformte und um 360 Grad drehbare Bügelgriff der Handbrause sorgt für eine leichtere Handhabung. Der Schlauch zeigt durch die intelligente Drehebene stets nach unten und gewährleistet somit maximale Flexibilität, was eine einfachere und angenehmere Pflege ermöglicht. Durch den Bügelgriff und das griffige Material liegt die Brause jederzeit sicher in der Hand. Da das Gehäuse außen nicht erhitzt, gibt es keine Verbrühungsgefahr. Die Brause bietet zudem die Möglichkeit der thermischen Desinfektion sowie der erleichterten Reinigung des abnehmbaren Brausebodens und sorgt so für optimale Hygiene.

 

 

Für alle Armaturen gilt, sie weisen durch ihre Formgebung und Hebelgrößen eine einfache Bedienbarkeit auf und stellen eine mögliche Selbstständigkeit sicher.

 

Der technischen Seite stehen immer auch organisatorische und menschliche Faktoren gegenüber. „Denn immer noch zählen ein unzureichendes Zeit- und Qualitätsmanagement, Personalmangel und fehlende Schulungen zu den häufigsten Fehlern/Nachlässigkeiten beim Thema Hygiene in Pflegeheimen und Krankenhäusern“, konstatieren Jakobi und Peters. Des Weiteren ergänzen sie: „Dazu sollte noch bedacht werden, dass in Deutschland jährlich zwischen 400.000 bis 600.000 behandlungsassoziierte Infektionen auftreten, die häufig im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten Behandlung stehen. Laut Bundesgesundheitsministerium ist ein Drittel dieser Infektionen durch geeignete Maßnahmen vermeidbar. Die Händedesinfektion spielt eine wichtige Rolle! Die Initiative „Heidelberger Hygiene-Rating“ mit der Hygiene-Zertifizierung gibt sektorenübergreifend Patienten und Mitarbeitern Vertrauen in die Therapiesicherheit. Zur Vorbeugung von Infektionen empfiehlt die Initiative die Desinfektion der Hände in folgenden fünf Momenten: vor direktem Patientenkontakt, nach direktem Patientenkontakt; vor einer aseptischen Tätigkeit; nach Kontakt mit (möglicherweise) infektiösem Material; nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung. Dies erfordere nicht nur individuelles Engagement und Professionalität aller Mitarbeiter in der direkten Patientenversorgung, sondern auch deren konsequente Motivation in der Teamarbeit. Und genau aus diesem Grund ist ein funktionierendes Hygienemanagement im Healthcare-Bereich essenziell. 1200 Hygieneinspektoren in 16 Bundesländern (378 Gesundheitsämter) setzen sich dafür ein, der hygienischen Sicherstellung gerecht zu werden. Ohne Kontrolle keine Sicherheit! Unter www.hygienezertifizierung.de sind hygienisch ausgezeichnete Einrichtungen deutschlandweit zu sehen. Transparenz in der hygienischen Gesundheitsversorgung gibt Patientensicherheit.“

 

Mark Peters, Praxismanagement Bublitz-Peters GmbH & Co. KG in Heidelberg, ist Qualitäts-Auditor ISA9001, Datenschutz- und Hygiene-Rating Auditor, QEP Trainer, Risikomanager und Mediator (www.bublitzpeters.de).

 

Axel Jakobi ist Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und für Infektionsschutz, Hygieneüberwachung und Umwelthygiene, Trinkwasserüberwachung, Infektionsschutz sowie Infektionsschutz und Umwelthygiene zuständig.

 

 

Die Hansa Armaturen GmbH ist spezialisiert auf die Herstellung qualitativ hochwertiger und innovativer Sanitärarmaturen für Bad und Küche. Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Stuttgart steht seit über 100 Jahren für höchste Qualität, Funktionalität und einzigartiges Design. „Wasser erleben“ ist die Philosophie, für die HANSA steht. HANSA bildet mit dem finnischen Sanitärarmaturen-Hersteller Oras, dem Marktführer in Nordeuropa, die Oras Group (www.hansa.de).


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