17.12.2018
Kategorie: WP Demenz, PA Blickpunkt
Tanja Ehret

DIVI und Philips verleihen Forschungsförderpreis zu Delir-Management

Multiprofessionelles Forschungsteam untersucht Effekte abendlicher Mobilisierung

Die Verleihung des Forschungsförderpreises Delir-Management der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Royal Philips geht in die zweite Runde. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stiftet Philips. Der Förderpreis wurde während des DIVI-Jahreskongresses in Leipzig überreicht und geht an Peter Nydahl (MScN, Pflegeforschung) und Dr. med. Matthias Kott, beide tätig an der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sowie an Dr. med. Rebecca von Haken, Oberärztin an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. In ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt betrachten sie die Effekte abendlicher Mobilisierung zur Prävention und Therapie des Delirs bei Patienten auf Intensivstationen. Auch im nächsten Jahr wird der Förderpreis wieder verliehen. Bewerbungen nimmt die DIVI bis zum 31. Mai 2019 entgegen. Weitere Informationen hierzu gibt es in der Rubrik Forschung/Preise und Ausschreibungen auf: www.divi.de. 


„Die Effekte von Mobilisierung bei Delir sind gut belegt. Das Spannende an unserem Forschungsprojekt ist, ob sich mit einer Mobilisierung der Patienten zwischen 21 und 23 Uhr ein Delir besser verkürzen oder vermeiden lässt als mit Standardbehandlungen“, erklärt Dr. med. Rebecca von Haken. „Es ist großartig, dass die DIVI und Philips uns bei dieser Arbeit unterstützen“, so von Haken weiter. „Das Besondere an diesem Projekt ist neben der Fragestellung auch der multiprofessionelle Ansatz über zwei Kliniken hinweg. Wir erwarten interessante Ergebnisse zur Effektstärke und Kosteneffektivität der geplanten Intervention“, ergänzt Prof. Dr. med. Hans-Christian Hansen, Sprecher der Sektionsgruppe Bewusstseinsstörungen und Koma der DIVI.

 

Delir erforschen und Delir-Management verbessern

„Präventive und therapeutische Maßnahmen bei Delir werden bisher nur tagsüber empfohlen. Wir sind sehr neugierig, in welchem Maße eine Verlagerung der Mobilisierung in die späten Abendstunden die Dauer eines bestehenden Delirs verkürzen oder die Inzidenz präventiv senken kann“, erklärt Marcus Bataryk, Business Group Manager Monitoring, Analytics und Therapeutic Care für den Philips DACH-Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit seinem Engagement möchte Philips einen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Management des Delirs leisten, der über die Bereitstellung von technischen Lösungen und Beratungsangeboten hinausgeht. Mit VitalMinds verfolgt das Unternehmen selbst einen präventiven, multimodalen Ansatz im Delir-Management.

 

Forschungsförderpreis Delir-Management 2019

 

Der Forschungsförderpreis wird auch im nächsten Jahr ausgeschrieben. Bis zum 31. Mai 2019 können Nachwuchswissenschaftler, die bereits erste Arbeiten veröffentlicht haben und Forschungsvorhaben in den Bereichen Delir-Management, Delir-Screening oder nicht-pharmakologische Delir-Prävention planen, ihre Projekte einreichen. Die DIVI übernimmt die wissenschaftliche Begutachtung der Bewerbungen sowie die Auswahl des Preisträgers.

 

Ausführliche Informationen zum Forschungsförderpreis Delir-Management erhalten Sie auf der DIVI-Homepage unter Forschung/Preise und Ausschreibungen. 


Keine Kommentare

Keine Kommentare gefunden.
Falls Sie einen Kommentar abgeben wollen, müssen Sie sich vorher einmalig registrieren.
 
IM INTERVIEW
05.07.2019
Axel Köpsell, PrymPark

Die Grundidee kommt aus Dänemark. Familien entwickelten dort die ersten Wohnprojekte. „Ein ausgeprägtes Gemeinwesen macht zufrieden“ – das war anfänglich der Antrieb ...


IM BLICKPUNKT
10.07.2019
Berliner Institut für Gesundheitsforschung wird Teil der Charité

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betonte: „Forschung und Gesundheitsversorgung sollen noch stärker ineinandergreifen. Das ist ein zentrales Ziel des Rahmenprogramms ...


NEUESTE BEITRÄGE
19.07.2019
Geht das? Mit Pflege Profit machen

Jetzt fürchtet auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu hohe Gewinne mit Pflegeheimen. „Ein kapitalmarktgetriebenes Fokussieren auf zweistellige Renditeerwartungen ist ...


09.07.2019
Pflegenotstand: Wenn das Wasser bis zum Halse steht

Düstere Aussichten: Doppelt so viele Erwerbstätige wie heute müssten bis 2035 in der Langzeitpflege arbeiten, um die derzeitigen Betreuungsrelationen zu gewährleisten. „Wenn ...


27.06.2019
Cocooning bis Kodokushi

Gemütlichkeit ist Trumpf Abgeschiedenheit und Rückzug haben etwas Heilsames. Wer nach Zeiten intensiver Geschäftigkeit dem Rhythmus der Großstadt, der Firma, der ...


13.06.2019
„CocoonLiving“: Wie gekonntes Marketing den Neubau und die LebensRäume Hoyerswerda beflügelt

Hoyerswerda in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Die Stadt erlebt durch den Braun- kohleabbau ihre neuzeitliche Blüte, die Zahl der Einwohner erreicht 1981 ...


04.06.2019
Einfach Zuhause. Das Konzept Pflegeheim neu erfunden.

„Zuhause bei Vilente, Vilente bei Ihnen Zuhause“ ist die Vision von Vilente, und genau diese Vision war die Grundlage für diesen Entwurf für 133 Wohnungen für ...


Xing
LinkedIn Logo