05.12.2016
Kategorie: FT Ambient Assisted Living, WP Demenz, FT Hygiene
Prof. Dr. Helene Ignatzi

Das World Café zum zweiten Mal in der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Am 18. November 2016 fand unter der Federführung des CareTRIALOG und des Curatorium Altern gestalten e.V. (agecu) das World Café zum zweiten Mal an der Evangelischen Hochschule Nürnberg statt. Die Zielsetzung der diesjährigen Veranstaltung war die multiperspektivische und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit aktuellen Altersthemen in der immer älter werdenden Gesellschaft und den damit einhergehenden Herausforderungen.


Das World Café als eine innovative Workshop Methode lockte wiederholt 40 Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft, Industrie, Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit sowie Studierende der sozialwissenschaftlichen Studiengänge zum interdisziplinären Austausch und zur Entwicklung neuer Perspektiven, Denkansätze, Konzepte und Projektideen zu aktuellen altersrelevanten Themen.

 

Vier Impulsvorträge mit Fragestellungen aus den Themenbereichen Trinkwasserhygiene, Kunst für und mit Älteren, Medienkultur für Menschen mit Demenz und AAL – Assistenz-­Systeme für Pflegekräfte und Bewohner, haben die TeilnehmerInnen zu Beginn der Veranstaltung zum Nach- und Querdenken angeregt und zur Entstehung der ersten Projektideen inspiriert. In Kleingruppenarbeit konnten Meinungen, Standpunkte und Ansichten zu den vier Fragestellungen ausgetauscht, analysiert und multiprofessionell beleuchtet werden. Anschließend setzten sich die TeilnehmerInnen interessensgeleitet, mit einem der vier vorgestellten Themen in einem Workshop intensiv auseinander. Das im Verlauf des Tages neu entstandene kollektive Wissen konnte gezielt für die multiprofessionelle Themenbetrachtung sowie Entwicklung von konkreten Projektideen, die in einem Rahmenkonzept mündeten, eingesetzt werden. Auf diese Weise sind reale Projektskizzen in unterschiedlicher Ausgestaltung mit Benennung realistischer Ziele und Umsetzungsschritte entstanden, die am Ende der Veranstaltung dem Plenum vorgestellt wurden.  In einer abschließenden Bewertungsrunde wurde das Projekt „Kunst Truck -  Kunst und Medien im Alter erlebbar machen“ zum Siegerprojekt des Tages ausgewählt.

 

Stimmen der ReferentInnen / WorkshopsleiterInnen zu den thematischen Fragestellungen:

 

Workshop: Trinkwasserhygiene – Wasser ist Leben! Welche Maßnahmen können zur Problemlösung beitragen oder was kann präventiv wirken, damit die Trinkwasserhygiene einen hohen Standard behält?

 

„Der World Cafe Workshop am 18.11.2016 in Nürnberg war für mich eine bereichernde Erfahrung. Ich konnte erleben, wie sich im Rahmen des angebotenen Formats aus individueller Betroffenheit eine kollektive Wahrnehmung formuliert hat. Der Notwendigkeit von Partner für Wasser e.V. als Interaktions- und Kontaktplattform für Betreiber, Industrie und Versicherer zu fungieren, wurde aus meiner Sicht bestätigt. Der formulierte Handlungsauftrag ist hier deutlich. Ich freue mich darauf, dass daraus ein Handlungsstrang entsteht.“ (Willbold, H., Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH)

 

 

Workshop: Kunst & Alter – Es braucht in einer alternden Gesellschaft neue Impulse, die Kreativität und Kunst von Älteren/ pflegebedürftigen Menschen sichtbar machen. Was können wir dafür tun?

 

„Die Workshopteilnehmer/innen waren sich beim Thema Kultur & Alter einig: Kunst und Medien im Alter sollten erlebbar sein, nur so schafft es soziale Teilhabe, Begegnungen und Lebensqualität. Gerade die Kunst ist ein schöpferischer Prozess, sie füllt unser Leben und es gilt: früh damit anfangen und nie damit aufhören. Der Ausbau von kultureller Bildung verlangt auch die Inklusion neuer Medien.“ (Distler, Sabine L., Curatorium Altern gestalten e.V. (agecu))

 

Workshop: Medienkultur für Menschen mit Demenz – Filme für und über das Alter. Was brauchen wir und was erwarten wir in den nächsten 20 Jahren?

 

„Soweit mein Thema Medienkultur für Menschen mit Demenz´ gefasst war, so vielfältig waren auch die Inputs aus den vier Gruppen. Erstaunlich war, dass immer wieder der Aspekt genannt wurde, dass alle moderne Technik wohl nie die persönliche Begegnung zwischen Menschen ersetzen kann. Ich möchte daher weiterarbeiten, an Projekten, die Menschen verschiedenen Alters, verschiedener sozialer Herkunft und Menschen mit Krankheitsdiagnosen zusammenführen. Projekte, die Begegnungen und Austausch zwischen Menschen ermöglichen,  über die Wege neuer Kommunikations- und Unterhaltungsmöglichkeiten, die uns neue Medien eröffnen.“ (Weigl, G., Dipl. Senioren- und Pflegezentrum Rupprechtstegen)

 

Workshop: AAL – Assistenz-­Systeme für Pflegekräfte und Bewohner! Welche/ wie viele Assistenz-­Systeme braucht der Bewohner und die Pflegekraft, unter der Betrachtung "Universal Design" und der 80/20 Regel?

Wohnen 4.0 ist eine Idee für die Zukunft. Eine IP-fähige Wohnung für alle, kann vielleicht eine Möglichkeit sein, länger in der eigenen Häuslichkeit zu verbleiben. Technik wird in Zukunft einen noch größeren Beitrag zur Unterstützung im Alltag leisten können und auch müssen.

 

Fazit:

Eine sehr interessante, inspirierende und empfehlenswerte Veranstaltung, die durch ihren innovativen Charakter, Multiprofessionalität und Interdisziplinarität erlebbar macht und den Raum und Möglichkeit bietet zur Entwicklung konkreter und vor allem zeitgemäßer Ideen für die Begegnung mit den Herausforderungen des demografischen Wandels.  

 

Fotos: WSD.Wink


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