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Tanja Ehret
Tanja Ehret, CareTRIALOG Redaktion
tanja.ehret@caretrialog.de
Thursday, 16.05.19 12:44 Uhr

Lohfert-Preis 2019 geht an Pflegedokumentation des AKH Wien
Christoph Lohfert Stiftung prämiert ein Projekt zur Pflegedokumentation, das durch Vereinfachung, Vereinheitlichung und Umstellung auf ein digitales Dokumentationssystem mehr Zeit für die Pflege der Patienten schafft und gleichzeitig die Pflegequalität und Patientensicherheit stärkt.

Das Projekt „Vereinfachung und Vereinheitlichung der stationären Pflegedokumentation“ des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien – medizinischer Universitätscampus (AKH Wien) erhält den Lohfert-Preis 2019, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wird.
Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Er steht unter der Schirmherrschaft der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Die Preisverleihung und Vorstellung des Preisträgers findet am 17. September 2019 im Rahmen des Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg statt.

Initiatoren des Projekts am AKH Wien sind die Pflegeberaterinnen Renate Hadi, Maria Stockmayr, Eveline Beutl und Sabine Eder, für die elektronische Umsetzung ist David Bayer, Leiter Abteilung Pflege- und Betriebsprozesse verantwortlich, Auftraggeberin ist Sabine Wolf, MBA, Direktorin des Pflegedienstes.

Partizipativer und multiprofessioneller Zugang entscheidend für den Erfolg
Das Projekt setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen, die bereits im AKH Wien umgesetzt worden sind. Ziel war es, die Inhalte in der Dokumentation nach dem Leitmotiv „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ auf den Normalstationen zu verschlanken, zu vereinheitlichen und auf eine digitale Pflegedokumentation umzustellen.
Entscheidend für das Gelingen des Konzepts ist nach Angabe der Projektträger der partizipative und multiprofessionelle Zugang. Während der Erarbeitungsphase berieten eine Juristin, eine Qualitätsbeauftragte und Fachexpertinnen von intern und extern das Kernteam von vier Pflegeberaterinnen.

Dr. Andreas Tecklenburg, Mitglied der Jury, begründet die Wahl des Preisträgers 2019: „Das ausgewählte Projekt hat durch seine kontinuierliche konsequente Vorgehensweise, die Pflegeplanung neu zu organisieren, zu vereinfachen und zu digitalisieren, großen Mut bewiesen. Besonders das „Weglassen von Bürokratie“ beeindruckte die Jury. Die nachhaltige Ausrollung in der gesamten Einrichtung sowie der Fokus auf die Patienten, die Pflege besonders nötig haben, entsprechen dem Kerngedanken der Christoph Lohfert Stiftung.“

Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, Vorsitzender des Vorstands der Christoph Lohfert Stiftung, begrüßt die Entscheidung der unabhängigen Jury: „Mit der Wahl des Preisträgers 2019 hat die Jury ein vorbildliches Projekt ausgewählt, das durch seinen partizipativen und multidimensionalen Ansatz die Pflege enorm entlastet und mehr Zeit für den Patienten schafft.“

 

Tanja Ehret
Tanja Ehret, CareTRIALOG Redaktion
tanja.ehret@caretrialog.de
Friday, 03.05.19 10:33 Uhr

APD verstärkt Führungsteam

Anja Hasenau verantwortet als zweite Geschäftsführerin neben Claudius Hasenau den Bereich Personalwesen –Janina Bialon (Qualitätsmanagement), Björn Schulte (Pflegedienstleitung) und Marcel Staudinger (Finanzen/IT) erhalten Gesamtprokura – Ziel lautet: Wir wollen gesund wachsen

Zum 1. Mai 2019 hat Claudius Hasenau (53), bisher alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH, seine Ehefrau Anja Hasenau (48) zur zweiten Geschäftsführerin des Familienunternehmens berufen. Die ausgebildete Supervisorin, Mediatorin und Referentin für Arbeitsrecht ist für den Bereich Personalwesen verantwortlich. Mit mehr als 450 Mitarbeitenden aus über 15 Nationen, rund 900 Patientinnen und Patienten, sechs Demenzwohngemeinschaftshäusern und einer Tagespflege zählt die APD mit Hauptsitz in Gelsenkirchen zu den größten privaten ambulanten Pflegediensten in Deutschland.

Gleichzeitig zog der Diplom-Verwaltungswirt, der die APD 1993 gemeinsam mit seiner Schwester Petra Hasenau (1956 – 2017) gegründet hatte, eine zweite Führungsebene ein. Gesamtprokura erteilte Hasenau zum 1. Mai den Führungskräften Janina Bialon (42), Björn Schulte (35) und Marcel Staudinger (35).

Die neue Prokuristin Janina Bialon ist ausgebildete Krankenschwester und Prozessmanagerin. Für die Krankenversicherung Westfalen-Lippe war die gebürtige Recklinghäuserin viele Jahre als Prüferin des Medizinischen Dienstes im Einsatz. Bei der APD gehört nun der Ausbau des Qualitätsmanagements und der Fort- und Weiterbildungsangebote der APD-Akademie zu ihren Aufgaben.

Zu Prokuristen ernannt wurden mit Björn Schulte (35) und Marcel Staudinger (35) zwei „Eigengewächse“ des Familienunternehmens. Seit seinem Zivildienst 2002 ist Björn Schulte der APD verbunden. Sein Berufsweg führte den zweifachen Familienvater von der Ausbildung zur Altenpflegefachkraft über die Teamleitung in der ambulanten Pflege und die Weiterbildung zum Fachwirt für Alten- und Krankenpflege zur Pflegedienstleitung mit Gesamtprokura.

Im selben Jahr machte auch Marcel Staudinger als „Zivi“ Bekanntschaft mit der APD. Nach einer Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen erlangte der gebürtige Dresdner mit Unterstützung des Pflegedienstes den Bachelor „Business Administration“ an der FOM Hochschule für Ökonomie & Management. Heute verantwortet Marcel Staudinger mit Gesamtprokura die Bereiche Finanzen und IT.

Mit der offiziellen Ernennung der vier neuen Führungskräfte habe die APD im Ende 2018 ausgerufenen „Jahr der Mitarbeiter“ einen weiteren Meilenstein erreicht, sagt APD-Gründer Claudius Hasenau: „Die Pflegebranche im Ruhrgebiet steht vor gewaltigen Herausforderungen. Als verantwortungsvolle Unternehmer sind wir aufgerufen, die Qualität und Verlässlichkeit der Pflege für die Zukunft zu sichern. Ich freue mich, dass es gelungen ist, erfahrene, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Verantwortung für unseren zukünftigen Kurs einbinden zu können. Das entspricht unserem Verständnis von guter Führung. Gute Führung bedeutet auch, die notwendigen Strukturen zu schaffen, um das Unternehmen in puncto Marktdurchdringung und Markterweiterung auf Wachstumskurs zu halten. Immer mit Augenmaß: Wir wollen gesund wachsen!“



 

Tanja Ehret
Tanja Ehret, CareTRIALOG Redaktion
tanja.ehret@caretrialog.de
Monday, 15.04.19 14:29 Uhr

Gelungene Premiere der DMEA - Connecting Digital Health

Rund 10.800 Besucher, 570 Aussteller und 350 Speaker - die DMEA, Europas wichtigste Digital-Health-Veranstaltung, geht nach drei Tagen erfolgreich zu Ende. Die ehemalige conhIT hatte sich mit erweitertem Themenportfolio, einer breiteren Zielgruppe und neuen interaktiven Formaten als Plattform der digitalen Gesundheitsversorgung neu aufgestellt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nutzte auf der DMEA die Gelegenheit für einen eindringlichen Appell, mehr Tempo bei der Entwicklung digitaler Gesundheitslösungen aufzunehmen und das Thema Digital Health nicht anderen zu überlassen. "Wir müssen Lust auf den digitalen Wandel haben. Die Alternative ist nicht, ob es passiert oder nicht, sondern ob wir es gestalten oder erleiden."

Dem schloss sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung in ihrer Keynote an: "Wir haben schon so viel geredet, ich würde mir wünschen, dass wir mehr in die Anwendung kommen." Denn natürlich seien Themen wie Datenschutz wichtig, aber Deutschland brauche beim Thema Digital Health mehr Mut, um die enormen Chancen digitaler Anwendungen in der Medizin zu nutzen und das Leben für chronisch Kranke, Pflegebedürftige und alte Menschen zu erleichtern. Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter der Abteilung "Digitalisierung und Innovation" im Bundesministerium für Gesundheit stellte sich beim neuen Format eHealth Hot Seat den kritischen Fragen, die live aus dem Publikum per Twitter und Videobotschaft eingingen. Dabei kündigte er beispielsweise das Digitalisierungsgesetz für das zweite Quartal 2019 an. Aber damit sei es nicht getan. Vielmehr solle in jedem Gesetz der Digitalisierungsaspekt mit eingebaut werden. "Wir wollen das Gesundheitssystem mittels Digitalisierung ganz konkret für den einzelnen Patienten besser machen, und das in kleinen agilen Schritten", so Ludewig. Denn der Nachholbedarf in Deutschland sei groß: "Wir drucken jedes Jahr 700 Millionen Arzneimittelrezepte aus, die Arzt-Patienten-Kommunikation läuft zu 80 Prozent per Brief oder mündlich, wir müssen einfach schneller werden."

Die Welt warte nicht, sondern entwickle sich weiter, was sich auch am veränderten Patientenverhalten festmachen lasse, so Jens Naumann, Vorstandsvorsitzender Bundesverbands Gesundheits-IT - bvitg e.V.: "Der große Treiber der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist der Patient selber, der sich aktiv mit seiner Gesundheit beschäftigt. Der zweite große Treiber ist das Thema Effizienz: Um den Menschen auch in Zukunft einen bezahlbaren Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und Innovationen gleichzeitig voranzutreiben, braucht man einen Effizienzhebel. Und ein großer Effizienzhebel ist der Einsatz von digitalen Anwendungen."

Die veränderten Rahmenbedingungen, die mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen einhergehen, seien auch der Grund für die strategische Neuausrichtung der Veranstaltung, so Jens Heithecker, Direktor Messe Berlin: "Wir sind weit vorangekommen: Die Frage ist nicht mehr ob wir digitalisieren, sondern wie. Wir sehen, dass digitale Technologien essenziell im Gesundheitssystem geworden sind und das an allen Stellen - beim Patienten, beim Arzt, im Krankenhaus." Daher sei die Neuausrichtung der DMEA - Connecting Digital Health ein logischer Schritt gewesen. Als Plattform der digitalen Gesundheitsversorgung adressiert die DMEA sämtliche Akteure, die an der Digitalisierung des Gesundheitswesens beteiligt sind - von der Industrie über Politik, Selbstverwaltung und Forschung bis hin zu Anwendern wie Pflege und Ärzte.

Heiko Mania, Geschäftsführer der NursIT Institute GmbH: "Die DMEA ist die verbindende Plattform: Sie bringt Pflegefachkräfte mit der digitalisierten Welt zusammen und hat somit eine Aufklärungsfunktion. Sie zeigt neue Technologien und wie eine gute Interoperabilität aussieht. Sie kann aber auch ein politisches Signal setzen, dass die Pflege sich im Bereich der Digitalisierung stärker zeigt." Jana Aulenkamp, angehende Ärztin und Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum: "Man lernt neue Entwicklungen im Gesundheitswesen kennen, kann den Horizont erweitern und zum Beispiel neue Start-ups entdecken. Als angehende Ärztin interessiert mich: Was sind denn vielleicht Methoden, die ich meinen Patienten später mal anbieten kann? Man kann hier mit jedem reden, alle sind total offen. Das macht sehr viel Spaß."

 

Tanja Ehret
Tanja Ehret, CareTRIALOG Redaktion
tanja.ehret@caretrialog.de
Tuesday, 19.02.19 13:40 Uhr

Hans Georg Näder erhält höchste Auszeichnung der Orthopädie-Technik -
"Deutsche Orthopädie-Technik und Ottobock sind eine Harmonie"

In Anerkennung und Würdigung seiner hervorragenden Verdienste im Bereich der Orthopädie-Technik wurde Professor Hans Georg Näder die Heine-Hessing-Medaille in Gold verliehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Ottobock-Firmenjubiläum und der Eröffnung der Ausstellung "Vom Start-up zum Weltmarkführer - 100 Jahre Ottobock" in der Kunsthalle HGN überreichte Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des preisstiftenden Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), die Heine-Hessing-Medaille an Professor Näder. Die Heine-Hessing-Medaille in Gold ist die höchste Auszeichnung, die der Spitzenverband der Orthopädie-Technik zu vergeben hat. Professor Hans Georg Näder ist der 28. Preisträger der Heine-Hessing-Medaille. Sein Vater, Max Näder, ist ebenfalls Träger der Medaille und erhielt sie 1974. Die Statuten des BIV-OT legen fest, dass stets nur maximal 15 lebende Personen die Medaille besitzen dürfen. Die Wahl wird in geheimer Abstimmung des Gesamtvorstandes entschieden.

BIV-OT-Präsident Lotz unterstrich die persönlichen Leistungen von Professor Hans Georg Näder. "Ohne der Firma, den Mitarbeitern und allen am Erfolg des Unternehmens Beteiligten etwas abzusprechen, es war und ist die Person Hans Georg Näder, die den Motor der Innovation antreibt; er lebt und liebt die Revolution." Bei aller Revolution sei er dabei "immer Ansprechpartner geblieben, der sich immer dem Dialog und der gemeinsamen Fortentwicklung der Branche verpflichtet weiß - auch und gerade wenn man unterschiedlicher Meinung ist."

Professor Näder zeigte sich gerührt von der Auszeichnung und unterstrich, dass er den Dialog sehr schätze und dankbar sei, dass er verstanden würde. "Manchmal muss man als Unternehmer Dinge tun, die nicht gleich für die Partner verständlich sind. Wenn wir als Ottobock über digitale Transformation sprechen, dann ist das vielleicht für das Gesundheitshandwerk nicht immer gleich übersetzbar. Deswegen ist der Dialog so wichtig." Er unterstrich die gemeinsamen Leistungen in der Orthopädie-Technik, sowohl in der Vergangenheit wie für die Zukunft: "Deutsche Orthopädie-Technik und Ottobock sind eine Harmonie. Wir haben gemeinsamen die Orthopädie-Technik entwickelt, so dass wir heute von "Normalität" statt "Inklusion" sprechen können. Aus einem vielleicht vor 20 Jahren noch leicht angestaubten Fach ist ein Zukunftshandwerk geworden."

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel die Leistungen des Unternehmers während des Festaktes im Historischen Rathaus als "Paradebeispiel für Mittelstand und Familienunternehmen" gewürdigt, das mit seinen orthopädie-technischen Entwicklungen dem Menschen diene. Ins Zentrum ihrer Rede stellte auch sie die Herausforderungen der Digitalisierung: Man befinde sich global mitten in einer "Transformationsphase, einer neuen Stufe des wirtschaftlichen Geschehens, die mit Entwicklungen wie dem Buchdruck oder der Industrialisierung gleichgesetzt werden kann. In solchen Zeiten werden Vormachtstellungen neu verteilt. Sie müssen neu erkämpft werden." Hier gelte es für die Unternehmen mit "Qualität und Geschwindigkeit" zu agieren. Die Bundeskanzlerin ist zuversichtlich, dass das Unternehmen Ottobock sich dieser Herausforderung erfolgreich stellen werde.

 

Tanja Ehret
Tanja Ehret, CareTRIALOG Redaktion
tanja.ehret@caretrialog.de
Monday, 19.11.18 10:23 Uhr

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Auch bei ambulanten Diensten ist Tariflohn endlich "wirtschaftlich"
Bundesverband wig Wohnen in Gemeinschaft begrüßt die lange geforderte Anerkennung tariflicher Vergütungen im SGB V - Hasenau: "Ein großer Erfolg in letzter Sekunde"

Ambulante Pflegedienste, die ihre Pflegekräfte tariflich entlohnen, dürfen bei der Festlegung ihrer Pflegesätze von den Krankenkassen im SGB V nicht länger als „unwirtschaftlich“ abgelehnt werden. Dafür sorgt – von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbemerkt - das neue Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 9. November vom Bundestag gebilligt wurde und zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt.

Damit erreicht eine seit langem vehement vorgetragene Forderung des Bundesverbandes wig Wohnen in Gemeinschaft endlich Gesetzeskraft, sagt der wig-Vorsitzende Claudius Hasenau: „Diese überfällige Anpassung wurde buchstäblich in letzter Sekunde bei den Beratungen des Gesundheitsausschusses des Bundestags aufgenommen. Als Bundesverband ambulanter Leistungserbringer im Bereich Wohngemeinschaften begrüßen wir sehr, dass der Bundestag unser Bemühen um Gleichstellung im neuen Gesetz aufgegriffen hat.“ Dank der neuen Regelung stünden ambulante Dienste in Fragen der Vergütungsfindung und Refinanzierung jetzt auf Augenhöhe mit den Krankenhäuern und anderen stationären Einrichtungen. Claudius Hasenau: „Das macht uns endlich wieder wettbewerbsfähig, wenn es um die Findung und Bindung von Pflegekräften für die ambulante Pflege in Wohngemeinschaften geht.“

Ungleichbehandlung beendet
Zum 01.01.2017 wurde in § 84 Abs. 2 S. 5 SGB XI bei der Bemessung der stationären Pflegevergütungen geregelt, dass die Bezahlung von Gehältern bis zur Höhe tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen sowie entsprechender Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen bei der Festlegung von Pflegesätzen nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden kann. Gleiches sieht § 89 Abs. 1 S. 4 SGB XI für die Vergütung der ambulanten Leistungen der häuslichen Pflegehilfe vor. Eine entsprechende Regelung für die ambulante pflegerische Versorgung im Bereich des SGB V gab es jahrelang nicht, obwohl alle Akteure in der Pflegebranche dies für dringend geboten hielten. Die Ungleichbehandlung gehört seit der Billigung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes im Bundestag endlich der Vergangenheit an. Der § 132 a Abs. 4 SGB V, der die Vergütung ambulanter Dienste in der Behandlungspflege regelt, wird um zwei Sätze ergänzt: „Die Bezahlung von Gehältern bis zur Höhe tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen sowie entsprechender Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen kann dabei nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden; insoweit gilt § 71 SGB V nicht. Der Leistungserbringer ist verpflichtet, die entsprechende Bezahlung der Beschäftigten nach Satz 6 jederzeit einzuhalten und sie auf Verlangen einer Vertragspartei nachzuweisen.“

Wirksame Maßnahme gegen Pflegepersonalnotstand
Zuletzt hatte der wig-Vorsitzende Claudius Hasenau diese Forderung im September auf der 1. Bundeskonferenz Wohnen in Gemeinschaft bei einer Podiumsdiskussion in Berlin mit Nachdruck vor einflussreichen Gesundheitspolitikern der Regierung vertreten. Auch im Landesausschuss Alter und Pflege des Landes NRW war wig Wohnen in Gemeinschaft mit einem entsprechenden Initiativantrag bereits auf positives Echo gestoßen. Hasenau: „Der Grundsatz der Anerkennung tariflicher Vergütungen muss auch im SGB V verankert sein. Er stellt eine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des real existierenden Pflegenotstandes im ambulanten Bereich dar. Die Anerkennung
gleicht das rechtlich bestehende Vergütungsgefälle aus und hilft dabei, qualifizierte Pflegehilfs- und Pflegefachkräfte sowie Betreuungs- und Hauswirtschaftskräfte für die ambulante Versorgung zu gewinnen.“

Alle Mitarbeitenden in WG können endlich leistungsgerecht vergütet werden
Die Beschlussfassung des Bundestages unterstütze die allseits anerkannte Notwendigkeit, gleiche Regelungen der Anerkennung von Tarifvergütungen in den Bereichen des SGB XI und SGB V herzustellen, so Hasenau. Der nun von Erfolg gekrönte Vorstoß von WIG Wohnen in Gemeinschaft erfolge aus dem Blickwinkel einer unabhängigen Interessengemeinschaft für das Leben und Wohnen in pflegerisch betreuten Wohngemeinschaften in Deutschland. Claudius Hasenau: „In allen Wohngemeinschaften agieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der ungerechten Regelung im SGB V betroffen waren. Sie haben es verdient, dass auch sie endlich leistungsgerecht vergütet werden.“

Mehr Informationen:
www.wig-nrw.de

 
 

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