21.09.2017
Kategorie: MM Zielgruppe, AI Architektur, PA Interviews
Kerstin Lötzerich-Bernhard

„Die größte Herausforderung war die Platzaufteilung in den Patientenzimmern.“

Im Herbst wird das neue Kinder-UKE in Hamburg eröffnet. Der Klinikneubau hat eine Nutzfläche von insgesamt über 10.000 m². Behandlungsschwerpunkte sind Krebserkrankungen, schwere neurologische und seltene angeborene Erkrankungen sowie Leber-, Nieren- und Knochenmarkstransplantationen. Am Kinder-UKE gibt es die einzige onkologische Tagesklinik in der Metropolregion Hamburg. Zahlreiche Spezialambulanzen, wie beispielsweise die Immundefekt-Ambulanz oder die Ambulanz für Stoffwechselerkrankungen, sorgen für eine optimale ambulante Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Krankheitsbildern.   


Eike Deuter, Projektleiter Kinder-UKE und die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Ania C. Muntau

Für den CareTRIALOG nahm Eike Deuter, Projektleiter Kinder-UKE, zum aktuellen Stand Stellung.

 

Warum wurde der Neubau der Kinderklinik aus Ihrer Sicht erforderlich? Was waren die ausgewiesenen Gründe, einen Neubau in Angriff zu nehmen?

Eike Deuter: Mit dem Kinder-UKE, der Werner und Michael Otto Universitätskinderklinik, wird das UKE auch in der Kinder- und Jugendmedizin den hohen und zukunftsfähigen Standard erreichen, den das Neue Klinikum seit 2009 für die Versorgung der Erwachsenen vorhält. Zugleich wird es die Situation der Familienangehörigen, die die kleinen Patienten begleiten, deutlich verbessern. Das Kinder-UKE ist eine der modernsten Kinderkliniken im Norden. Es stellt eine Maximalversorgung von jungen Menschen mit Schwerpunkt auf komplexen und seltenen Erkrankungen in der Metropolregion Hamburg und darüber hinaus sicher.

 

Wodurch zeichnet sich die neue Klinik vor allen Dingen aus? Auf welche Aspekte wurde ganz besonders geachtet?

Eike Deuter: Kinder mit schweren, seltenen, komplexen und ungeklärten Erkrankungen benötigen gleichermaßen eine ausgezeichnete medizinische Versorgung und eine warmherzige, anregende Umgebung. Das Kinder-UKE steht für Spitzenmedizin und zeichnet sich durch vernetzte Stationen, kurze Wege und einander ergänzende Therapiemöglichkeiten aus. Zugleich sind die Räume der Universitätskinderklinik liebevoll gestaltet und auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten, ihrer Eltern und Geschwister ausgerichtet. Es wird Aufenthaltsräume mit Pantry und Sitzgelegenheiten für Eltern geben. Für die Patienten und Geschwisterkinder werden Spiel- und Jugendzimmer für unterschiedliche Altersstufen eingerichtet.

 

Inwieweit wurden die Klinik-Mitarbeiter (und deren Bedürfnisse) in die Planungen mit einbezogen?

Eike Deuter: Der Bau des Kinder-UKE war eine Teamaufgabe. Indem wir den Bau gemeinsam vorangetrieben haben, ist eine Kinderklinik entstanden, in der wir uns alle wiederkennen. Im Kinder-UKE sind die Wege zwischen den Fachbereichen, die an der medizinischen Versorgung komplex kranker Kinder und Jugendlicher beteiligt sind, besonders kurz. Dadurch sind die einzelnen Disziplinen noch besser miteinander vernetzt als bisher. Zudem ist erstmals die Kinderchirurgie eine Abteilung mit eigenen Betten, und Knochenmarktransplantationen können in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten für die Grunderkrankungen durchgeführt werden.

 

Welche Herausforderungen gab es, um gerade auch den jungen Patienten und deren Familien gerecht zu werden?

Eike Deuter: Die größte Herausforderung war die Platzaufteilung in den Patientenzimmern. Uns ist es gelungen, eine Übernachtungsmöglichkeit für Eltern optimal zu integrieren. Wir haben einen Patientenschrank entworfen, in dem man ein Besucherbett unterbringen kann. Um dies zu testen, haben wir extra ein Musterzimmer entworfen.

 

Das neue Kinder-UKE ist eine der modernsten Kinderkliniken Europas. Der Neubau schafft optimale Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige, kindgerechte Spitzenmedizin, in dem selbstverständlich auch konsequente Hygiene und Sauberkeit zu den essenziellen Bestandteilen gehören. Deswegen wurde ganz besonders auf den Einsatz neuester und ressourcenschonender Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen geachtet. Zunächst wurden vier Geschirrspülmaschinen für die Stationsküchen (Typ: M-iCLean UM+) mit kompletter Wasseraufbereitung und Wärmerückgewinnung realisiert. Auf den Pflegestationen wurden insgesamt 21 Pflegearbeitskombinationen sowie für die Bettenzimmer 26 Wandeinbaugeräte geliefert und montiert. Welche Gründe und Vorteile gab es, sich für Geräte der Firma MEIKO zu entscheiden?

Eike Deuter: Als öffentlicher Auftraggeber sind wir dazu verpflichtet produktneutral auszuschreiben. Im Fall des Kinder-UKE waren oben genannte Geräte Auftragsbestandteil des Generalunternehmers, der Fa. Züblin. Sie wurden in einer gemeinsamen Bemusterung festgelegt.

 

Modernste medizinische Technik gepaart mit liebevoll gestalteten Räumen zeichnen den Neubau des Kinder-UKEs aus. Dabei sollten die Bodenbeläge leicht zu reinigen sein, Trittgeräusche absorbieren und zusätzlich auch eine angenehme Atmosphäre verbreiten. Zum Einsatz kamen Linoleum, ableitfähiges Linoleum sowie homogenes leitfähiges Vinyl. Warum fiel die Auswahl auf diese Materialen der Firma Forbo Flooring? Was zeichnet sie aus, und in welchen Räumen werden die unterschiedlichen Beläge eingesetzt?

Eike Deuter: Die unterschiedlichen Leitfähigkeiten hängen vom Medizinischen Einsatzgebiet ab. So werden leitfähige Böden im OP eingesetzt und ableitfähige Böden zum Beispiel in der Intensivstation. Die Bodenbeläge wurden in einer gemeinsamen Bemusterung mit dem Architekten festgelegt.

 

 

Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

 

Das neue Kinder-UKE kann am 19. Oktober im Rahmen der Verastaltung Fit4Future besichtigt werden. Melden Sie sich an: fit4future.events

 

 

 

 


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