08.04.2016
Kategorie: WP Demenz, AI Architektur, AI Innenarchitektur, PA Blickpunkt, PA Projektaufrufe
Tanja Ehret

Graduiertenkolleg „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“

Ausschreibung von 11 Stipendien gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Das zum 01.02.2016 bewilligte Graduiertenkolleg „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ wird für die Dauer von 5 Jahren von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Prof. Dr. Dr. h.c.
Konrad Beyreuther, PD Dr. Jürgen Bauer und Dr. Birgit Teichmann. 


Ziel des Graduiertenkollegs ist die Erforschung innovativer Ansätze für den Umgang mit
Demenz im Akutkrankenhaus. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kolleg sollen
neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Förderung der Lebensqualität von Menschen
mit Demenz während und nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus erarbeitet werden.
Die Auswahl der jungen Wissenschaftler und ihre Weiterbildung sowie die Begleitung im
Kolleg folgen hohen wissenschaftlichen Kriterien und Standards. Überdurchschnittliche Studienleistungen, eine innovative Forschungsfrage, Teamfähigkeit sowie hohe persönliche Motivation sind die zentralen Auswahlkriterien.

 

Es wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem Theresienkrankenhaus Mannheim, dem Bethanien Krankenhaus Heidelberg und dem Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr geben.

 

Insgesamt elf Stipendien für Doktoranden - im Umfang von monatlich € 1.500 - sind zu
vergeben. Die einzelnen Dissertationsprojekte sind im Folgenden aufgeführt.
Bewerber für ein Stipendium mit abgeschlossenem Studium in einer der angegebenen
Disziplinen, mit sehr guten Englischkenntnissen, die an einem dreieinhalbjährigen Promotionsstipendium interessiert sind, senden Ihre Bewerbungsunterlagen – unter Nennung des gewünschten Dissertationsprojektes (wissenschaftlicher Lebenslauf, Zeugniskopien, 2 Empfehlungsschreiben, Motivationsschreiben, Nachweis über Englischkenntnisse entsprechend mind. GER B2) bis zum 22.04.2016 in einer pdf-Datei (Nachname_gkd.pdf) per email an: kontakt(at)nar.uni-heidelberg.de.

Thema 5: „Architektur demenzsensibler Akutkrankenhäuser“

Hintergrund:

Die meist anregungsarme Krankenhausumgebung und die erzwungene Passivität der
Patienten können zu einer Verschlechterung des Selbsthilfestatus und der Alltagskompetenz
von Menschen mit Demenz führen. Ein Pflegeheimübergang im Anschluss an die
Krankenhausbehandlung wird dadurch schnell unvermeidlich. Es gilt also auch in den
Krankenhäusern Maßnahmen einer demenzsensiblen Architektur umzusetzen. Dafür sind
Grundrissstrukturen und Räume zu schaffen, die Geborgenheit vermitteln, Orientierung
geben, Sicherheit gewährleisten sowie Aktivitäten fördern. Welche architektonischen Gestaltungsmerkmale dafür notwendig sind, kann zunächst in vielen Aspekten aus den bereits vorliegenden Forschungsergebnissen der stationären Altenpflege übernommen werden.

Dennoch weisen Krankenhäuser spezifische medizinische, pflegerische und organisatorische
Anforderungen auf, die einer einfachen, direkten Übertragung der vorhandenen
Erkenntnisse entgegenstehen.

 

Ziel des Dissertationsprojektes:

Als Grundlage des Dissertationsvorhabens soll zunächst eine Übersichtsarbeit zu demenzsensiblen Architekturkonzepten im Akutkrankenhaus erarbeitet werden. Es ist jedoch
bereits bekannt, dass bisher nur begrenzt Erkenntnisse dazu vorliegen, inwiefern die
Grundrissstrukturen und Raumsyntax den Aktivitätserhalt von Menschen mit Demenz
fördern oder auch behindern. Damit bestehen für Architekten und Krankenhausträger
Informationslücken, wodurch die Realisierung demenzsensibler Krankenhäuser behindert
wird. Im Rahmen des Dissertationsvorhabens soll durch empirische Forschungsarbeit ein
Beitrag zum Schließen dieser Lücken geleistet werden. Es sollen dazu Grundrisse und
Raumabfolgen bestehender Akutkrankenhäuser architektonisch analysiert und Aktivitäten
und Bewegungsdaten der Patienten gegenübergestellt werden. Als Ergebnis des Dissertationsvorhabens sollen architektonische Planungsempfehlungen für den Entwurf demenzsensibler Grundriss- und Raumstrukturen von Akutkrankenhäusern vorliegen.

 

Methoden:

Zur Erarbeitung der Dissertation können Methoden wie beispielsweise Space Syntax,
Proxybefragungen und Behaviour Mapping zum Einsatz kommen. Im Rahmen von Bauvorhaben assoziierter Krankenhäuser soll weiterhin die Möglichkeit zur Durchführung von
Begleitforschungen und Pilotstudien gegeben werden, sodass ein enger Praxisbezug des
Dissertationsvorhabens gewährleistet ist.

Gewünschte Qualifikationen

  • Erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Architektur oder Innenarchitektur,
  • ggf. anderer Fachrichtung mit Architekturbezug
  • Sehr gute Kenntnisse bzw. Praxiserfahrungen im Bereich des barrierefreien Bauens
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Ausgeprägter Teamgeist und Freude an interdisziplinärer Zusammenarbeit

 

Leitung des Projektes
Prof. Dr.-Ing. Gesine Marquardt
Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Institut für Gebäudelehre und Entwerfen, Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten
01062 Dresden
E-Mail: gesine.marquardt(at)tu-dresden.de 


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