05.10.2015
Kategorie: FT Digital World, PA Projektaufrufe, PA Blickpunkt, PG Ministerien
Tanja Ehret

Den Digitalen Wandel umfassend erforschen

Digitalisierung und Internet verändern unser Leben in atemberaubendem Tempo. Unsere Gesellschaft wird digitaler. Auch Wissenschaft und Forschung stehen vor neuen Herausforderungen. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat daher den Startschuss für die Errichtung des Deutschen Internet-Instituts gegeben: "Mit dem Start des Wettbewerbs rufen wir die Wissenschaft auf, Konzepte zu entwickeln, wie wir in Deutschland den Digitalen Wandel bestmöglich und unter Bündelung aller Kräfte erforschen können." In einem ersten Schritt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Kooperationen von beiden nun aufgefordert, Projektskizzen einzureichen. 


Um die Digitalisierung verstehen und zum Wohle der Gesellschaft nutzbar machen zu können, bedarf es einer intensiveren Erforschung des Zusammenwirkens von technologischen und gesellschaftlichen Aspekten von Internet und Digitalisierung. "Das Deutsche Internet-Institut soll die Entwicklungen rund um die Digitalisierung erklären und analysieren. Ebenso gefragt sind aber auch Lösungsansätze, wie Deutschland die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen kann", sagte Wanka. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt hierfür zunächst in den kommenden fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro bereit.

Eine wichtige Aufgabe des Instituts besteht damit in Forschung zum Thema Digitalisierung in seiner ganzen Komplexität. Die Erkenntnisse der Forschung sollen rasch ihren Weg in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik finden, so dass auch der Wissenstransfer eine zentrale Rolle spielen wird.

Exemplarische Themen, mit denen sich das Deutsche Internet-Institut befassen soll, sind:

  • Die Auswirkungen von Big Data und dem Internet der Dinge auf Datensicherheit und Datenautonomie - auch über technologische Fragen hinaus.
  • Der Einfluss der Digitalisierung auf politische, rechtliche und auch wirtschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten durch immer kürzer werdende Reaktionszeiten.
  • Fragen zur Zukunft der Wertschöpfung, die sich aufgrund der Flexibilisierung von Wertschöpfungsnetzwerken und der Interaktion Mensch-Technologie ergeben.
  • Die Digitale "Alphabetisierung": Vermittlung von Wissen über die Digitalisierung und Anstoßen der gesellschaftlichen Diskussion.
  • Die Bedeutung der Digitalisierung für Partizipation und damit auch für das Demokratieverständnis.


Diese Fragen lassen sich nicht allein aus der technischen Perspektive heraus beantworten. Wichtig ist daher ein interdisziplinärer Ansatz: In dem Institut sollen Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtungen aus den Gesellschaftswissenschaften - insbesondere Sozial- und Geisteswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften - und der Informatik an übergreifenden Fragestellungen zusammenarbeiten. Wanka: "Unser Ziel ist ehrgeizig, zumal sich das neue Institut messen lassen soll an renommierten internationalen Forschungseinrichtungen in den USA und Großbritannien." Das neue Institut soll als Themenradar und Impulsgeber, als Vernetzungsstelle, Koordinator und Kommunikator, Berater und Unterstützer, Informations- und Anlaufstelle wirken. Ziel ist es, Synergien zwischen den bestehenden Akteuren zu verstärken und optimal zu nutzen.

Die Entscheidung zur Einrichtung des Internet-Instituts geht zurück auf den Koalitionsvertrag und die Digitale Agenda 2014-2017 der Bundesregierung. Dort heißt es: "Ein öffentlich finanziertes Forschungsinstitut wird in einem interdisziplinären Ansatz die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und partizipativen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen. Dabei gilt es, die bestehenden Potenziale der deutschen Forschungslandschaft einzubinden und zu fokussieren."

Nach dem Wettbewerb um die besten Konzepte und der Auswahl wird das Deutsche Internet-Instituts aufgebaut und kann seine Arbeit aufnehmen. In regelmäßigen Abständen soll das Institut zur Qualitätssicherung evaluiert werden. Nach einer erfolgreichen Anlaufphase können dann die neuen Handlungsspielräume zum Tragen kommen, die der geänderte Artikel 91b im Grundgesetz zur langfristigen strategischen Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Bereich der Wissenschaft geschaffen hat.

 


Keine Kommentare

Keine Kommentare gefunden.
Falls Sie einen Kommentar abgeben wollen, müssen Sie sich vorher einmalig registrieren.
 
IM INTERVIEW
15.03.2019
Anke Sommer, Filderklinik

In der Filderklinik haben wir den personenzentrierten Führungsansatz unter anderem mit innovativen Dienstplanmodellen umgesetzt. So wurden zunächst in einem Arbeitsanfallmodell ...


IM BLICKPUNKT
25.03.2019
Jetzt neu bei WiBU ServicePlus: Das Online-Kundenportal macht Service, Prüf-und Wartungsintervalle jederzeit abrufbar

Wenn die Einrichtung und Ihre Medizinprodukte 365 Tage im Jahr gut funktionieren, geht es auch den Bewohnern gut – nach diesem Prinzip hat WiBU ServicePlus das ...


NEUESTE BEITRÄGE
19.03.2019
Wie wichtig sind Kommunikation und Sprache für eine gute Führung?

Wir haben mit Frau Dr. Keim von der SPRACHKULTUR GmbH darüber gesprochen, was für sie „Neue Führung“ bedeutet und welchen Stellenwert Kommunikation und Sprache ...


05.03.2019
Nachlese zum 2. Zukunft Gutes Wohnen ThemenCamp

Der Fachkräftemangel entwickelt sich zunehmend zum Unternehmensrisiko Nr. 1. Viele Pflegeheimbetreiber müssen daher immer öfter Bettenkapazitäten leer stehen lassen. Wie ...


20.02.2019
„Ein funktionierendes Hygienemanagement im Healthcare-Bereich ist das wesentliche Merkmal, um die Gesundheit und die Lebensqualität der Bewohner, Patienten und Mitarbeiter zu erhalten.“

Rücken wir die Küche ins Blickfeld, denn auch hier lauert ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial durch unzureichende Hygiene in den Arbeitsbereichen „Kochen“, ...


12.02.2019
Das letzte Bild - Fotografie und Tod

Für medizinische oder forensische Zwecke werden jedoch distanzierte und leidenschaftslose Dokumente produziert, in denen der tote Körper nunmehr als ein Ding anmutet. Umgekehrt ...


05.02.2019
Mehr Begeisterung, mehr Personal, mehr Digital: Joachim Prölß, UKE, im Video-Interview

Was Robotik, Amazon oder ein Airbus mit digitaler Pflege zu tun haben, sehen Sie hier im Video-Interview mit Joachim Prölß, Vorstandsmitglied und Direktor für ...


Xing
LinkedIn Logo