66,3 Prozent der Angehörigen pflegebedürftiger Menschen fühlen sich von der Pflegeversicherung nicht ausreichend beraten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Pflege- und Betreuungsanbieters Aterima Care, an der 1.000 Personen mit pflegebedürftigen Angehörigen teilgenommen haben. Die Ergebnisse zeigen außerdem: 57,2 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass sie nicht alle gesetzlichen Leistungen für die Pflege vollständig ausschöpfen.

Pflegeleistungen allein reichen deshalb nicht – kommen Informationen und Beratung nicht bei den Betroffenen an, bleiben Budgets ungenutzt. „Das Pflegesystem ist so kleinteilig aufgebaut, dass selbst gut informierte Angehörige schnell den Überblick verlieren“, sagt Peter Blassnigg, Geschäftsführer von Aterima Care. „Wenn viele Menschen trotz Anspruch Leistungen nicht nutzen, ist das ein klarer Hinweis auf ein strukturelles Problem sowie mangelnde Beratung, Verständlichkeit und Zugänglichkeit.“

Ungleichheit im System: Lebensrealität und Ressourcen bedingen Ausschöpfung

Bei befragten Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Den Eindruck, Leistungen vollständig auszuschöpfen, haben:

  • 40,4 Prozent der Beamten
  • 24,5 Prozent der Angestellten
  • 16,6 Prozent der leitenden Angestellten
  • 14,1 Prozent der Arbeiter

Aterima Care kritisiert: Informations- und Beratungsangebote müssen so gestaltet sein, dass sie auch unter hoher Belastung funktionieren – nicht nur für Menschen mit Zeit, Routine oder administrativer Erfahrung.

Überlastung statt Orientierung: Besonders betroffen sind Familien mit Kindern

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen außerdem, wie stark Komplexität, Überlastung und Zeitdruck zusammenwirken: In Haushalten mit Kindern geben 68,2 Prozent an, Leistungen nicht vollständig auszuschöpfen – ohne Kinder sind es 54,9 Prozent. Aterima Care betont: Wer Pflege organisiert und sich parallel um die Familie kümmert, hat kaum Kapazität, sich zusätzlich durch Anträge, Nachweise und Zuständigkeiten zu kämpfen.

Finanzielle Belastung: 31,6 Prozent haben keinen Überblick über Pflegekosten

Für viele Familien wird Pflege auch zur finanziellen Belastungsprobe. 15,7 Prozent der Befragten geben an, monatlich 3.000 Euro oder mehr zur Pflege zuzuzahlen. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, dass insgesamt 31,6 Prozent der Befragten nicht wissen, wie viel sie monatlich für die Pflege ihrer Angehörigen ausgeben. Aus Sicht von Aterima Care ist das besonders kritisch: Wer nicht genau weiß, was Pflege kostet und welche Leistungen existieren, läuft Gefahr, Ansprüche ungenutzt zu lassen und zu viel aus eigener Tasche zu zahlen.

Forderung an Politik und Pflegeversicherung: Beratung, die im Alltag funktioniert

Aus den Ergebnissen der Umfrage leitet Aterima Care einen klaren Handlungsbedarf ab: Angehörige brauchen mehr Beratungs- und Unterstützungsangebote durch die Pflegeversicherung, damit sie lernen, welche Leistungen ihnen zustehen und wie sie sie nutzen können. Dazu zählen auch vereinfachte Antragswege, die Betroffene Schritt für Schritt durch den Prozess führen.

„Wir brauchen eine echte Reform der Pflege-Bürokratie. Unterstützung muss leicht verständlich und einfach abrufbar sein.“

Peter Blassnigg



Aterima Care: Orientierung schaffen, Ansprüche nutzbar machen

Genau hier setzt Aterima Care an. Der Pflege- und Betreuungsanbieter versteht sich nicht als reiner Vermittler, sondern als Koordinator ganzheitlicher Lösungen. In der Beratung analysiert Aterima Care zunächst alle verfügbaren Leistungen und Budgets und hilft Angehörigen bei Anträgen und Kommunikation mit Kassen und Einrichtungen. Anschließend vermittelt der Anbieter eine Alltagsbegleitung für die pflegebedürftige Person und organisiert nach Bedarf notwendige Unterstützungsleistungen wie ambulante Pflegedienste, Tages- oder Nachtpflege und ärztliche und therapeutische Versorgung. Das Unternehmen setzt sich zum Ziel, Transparenz zu schaffen, individuelle und qualitative Betreuung zu Hause zu ermöglichen und Angehörige wie auch Pflegebedürftige im Alltag nachhaltig zu entlasten.

Methodik der Umfrage:

Statistischer Fehler (Gesamtergebnis): je nach Frage ca. 6,2–6,5 Prozent

Stichprobe: n=1.000 Personen in Deutschland, die einen Angehörigen pflegen oder einen pflegebedürftigen Angehörigen haben

Erhebungszeitraum: 17.02.2026–24.02.2026

Daten: bereitgestellt von Civey

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert