Zwei Tage OMR in Hamburg waren für mich zwei Tage voller Impulse, Menschenmassen und Zukunftsfragen. Und obwohl man bei der OMR zunächst vor allem an KI, digitale Plattformen und Marketing-Technologien denkt, habe ich etwas anderes mitgenommen: Die digitale Welt wird gefühlt wieder realer.

Natürlich war Künstliche Intelligenz omnipräsent. Kaum ein Vortrag kam ohne AI aus. Aber genauso stark standen Themen wie Authentizität, GenZ, Longevity, Nachhaltigkeit und Community im Fokus. Es ging plötzlich wieder um Menschen. Es ging wieder um Begegnungen, m Erlebnisse und Zugehörigkeit.

Schon beim Betreten der ersten Halle hatte ich das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Alles war dunkel. Schwarz. Laut. Überall Lichtinszenierungen, gigantische Screens, Bass, und Menschenmengen. Die OMR ist keine klassische Messe mehr. Nein, sie ist ein Erlebnisraum. Fast wie ein Festival der digitalen Gegenwart.

Man verliert sofort das Gefühl für Zeit und Alltag. Zwischen riesigen Bühnen, Markenwelten und Inszenierungen entsteht eine unglaublich dichte Atmosphäre, die gleichzeitig überfordernd und faszinierend ist. Genau so geht Veranstaltung heute: Nicht nur informieren, sondern emotionalisieren. Nicht nur Inhalte liefern, sondern Welten erschaffen, die man gefühlt betritt. Ich habe daher ganz viele Ideen für meine zukünftigen Veranstaltungen mitgenommen.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre rund um den Vortrag von Philipp Westermeyer, dem Gründer der OMR. Die Teilnehmenden bewegten sich fast wie Pilger zu seiner „State of the Internet“-Rede. Jahr für Jahr analysiert er die Gewinner und Verlierer im Tech-Business, zeigt neue Marketingtrends und gibt einen Blick darauf, wohin sich unsere digitale Welt entwickelt.

Und genau dort wurde ein spannender Widerspruch sichtbar: Während Streaming und digitale Angebote weiter wachsen, investieren die großen Brands zunehmend in reale Erlebniswelten.

Disney macht inzwischen mehr Umsatz mit seinen Disney Worlds als mit Streaming-Angeboten. Netflix plant eigene Resorts. Die Entwicklung der sogenannten IP Resorts. Das sind Erlebniswelten rund um bekannte Marken und Geschichten. Das zeigt, wohin die Reise geht: Menschen wollen Marken nicht nur konsumieren, sondern sie wollen sie erleben.

Ein weiterer Trend, den ich wahrgenommen haben, war, dass jedes große Brand heute einen Markenbotschafter, eine Markenbotschafterin hat. Influencer sorgen für Reichweite, aber Markenbotschafter stehen für Vertrauen und Haltung und repräsentieren somit die Marke.

Vielleicht ist genau das die Gegenbewegung zur vollständigen Digitalisierung. Je digitaler unser Alltag wird, desto größer scheint die Sehnsucht nach echten Orten, echten Menschen und echten Emotionen zu werden.

Auch der Vortrag von Tech-Investor Philipp Klöckner hat diese Dynamik unterstrichen. Er zeigte die enorme Geschwindigkeit der Entwicklungen im AI-Business auf und machte deutlich, wie stark Technologien unsere Zukunft verändern werden. Gleichzeitig entstand bei mir immer wieder die Frage: Wenn alles digital verfügbar ist, wonach sehnen wir uns dann wirklich?

Mein Eindruck nach zwei Tagen OMR:
Die Zukunft ist nicht entweder digital oder analog. Die Zukunft verbindet beides. Technologie wird immer intelligenter. Doch gleichzeitig werden reale Begegnungen, Gemeinschaft und emotionale Erlebnisse wertvoller denn je.

Und vielleicht erklärt genau das auch den besonderen Zauber der OMR: Tausende Menschen (ca. 70.000 um genau zu sein) kommen zusammen, um über digitale Zukunft zu sprechen und erleben dabei vor allem eines: Begegnung und Verbindung.

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