Auf Basis der Ergebnisse von über 11.000 Befragten hat die sehlbach & teilhaber GmbH ein Whitepaper erstellt, dass in zehn Dimensionen aufzeigt, was besonders attraktive Arbeitgeber auszeichnet. Maßgeblich für die Arbeitgeberattraktivität sind dabei Unternehmenskultur, Führungsverhalten und Kommunikation.
Für die Analyse wurden die Ergebnisdaten der Mitarbeiterbefragung & Zertifizierung ATTRAKTIVER ARBEITGEBER PFLEGE herangezogen. Annähernd 400.000 Datensätze wurden mit entsprechenden statistischen Tools ausgewertet. Dabei wurden die Ergebnisdaten der bei der Zertifizierung ausgezeichneten Arbeitgeber mit denen aller geprüften Pflegeeinrichtungen verglichen.
Das Whitepaper steht unter www.attraktiver-arbeitgeber-pflege.de kostenfrei zur Verfügung.
Arbeitgeberattraktivität entsteht ganzheitlich
Die Untersuchung betrachtet zehn zentrale Dimensionen von Arbeitgeberattraktivität – darunter Arbeitsbedingungen, Führung, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Kommunikation, Employer Branding und Reputation.
Das Ergebnis ist eindeutig: Ausgezeichnete Arbeitgeber sind in allen Bereichen stärker. Besonders relevant sind dabei die Zusammenhänge zwischen Führung, Kultur und Außenwirkung. Eine wertschätzende Führungskultur stärkt die Identifikation der Mitarbeitenden, verbessert die Reputation und unterstützt langfristig die Gewinnung neuer Fachkräfte.

Arbeitgeberattraktivität hängt nicht an Einzelmaßnahmen
Die ausgezeichneten Arbeitgeber überzeugen durch deutlich bessere Bewertungen in allen untersuchten Bereichen. Der Gesamtmittelwert über alle 35 Befragungsitems liegt auf einer Schulnotenskala bei den ausgezeichneten Einrichtungen bei 1,67, während geprüfte Einrichtungen einen Wert von 2,49 erreichen. Bei der zentralen Frage „Unsere Einrichtung ist ein attraktiver Arbeitgeber“ zeigt sich der Unterschied noch klarer: Ausgezeichnete Arbeitgeber erzielen einen Wert von 1,60, geprüfte Einrichtungen liegen bei 2,68.
Die Ergebnisse verdeutlichen: Attraktive Arbeitgeber unterscheiden sich nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein ganzheitliches Verständnis von Arbeitgeberattraktivität. Vertrauen, Wertschätzung, Beteiligung und Identifikation prägen die Organisationen, die besonders erfolgreich sind.
Unternehmenskultur und Führung machen den Unterschied
Die größten Unterschiede zeigen sich beim Image und der Arbeitgeberreputation. Ausgezeichnete Einrichtungen werden von ihren Mitarbeitenden deutlich stärker als besondere und attraktive Arbeitgeber wahrgenommen. Die Ergebnisse zeigen: Eine starke Arbeitgebermarke entsteht nicht allein durch Kommunikation nach außen, sondern durch eine authentische Kultur im Inneren. Mitarbeitende werden zu glaubwürdigen Botschaftern ihrer Einrichtung.
Besonders stark schneiden ausgezeichnete Arbeitgeber bei Führungsthemen ab. Die höchsten Zustimmungswerte erreichen:
- Gute Erreichbarkeit und unkomplizierte Ansprache der Führungskräfte (1,50)
- Professionell geführte Vorstellungsgespräche (1,44)
- Vertrauen der Vorgesetzten in die Arbeit der Mitarbeitenden (1,48)

Diese Ergebnisse zeigen: Erfolgreiche Führung bedeutet weniger Kontrolle und mehr Befähigung. Mitarbeiter:innen erleben ihre Führungskräfte als erreichbar, wertschätzend und vertrauensvoll.
Herausforderungen bleiben bestehen
Ausgezeichnete Arbeitgeber stehen jedoch auch vor Entwicklungsfeldern. Besonders die Themen Vergütung, Transparenz von Gehaltsstrukturen und Teamzusammenhalt bleiben wichtige Aufgaben für die Zukunft.
Die Aussage „Mein Gehalt und die Sozialleistungen sind im Wettbewerbsvergleich angemessen“ erreicht bei den ausgezeichneten Einrichtungen mit 1,94 den niedrigsten Wert. Ebenso zeigt sich, dass Teamkultur aktiv gestaltet werden muss: Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung bleiben kontinuierliche Führungsaufgaben.
Fazit: Die ausgezeichneten Arbeitgeber zeigen, dass Unternehmenskultur kein kurzfristiges Optimierungsprojekt ist, sondern eine strategische Grundlage für Zukunftsfähigkeit. Wer Mitarbeiter:innen einbindet, Vertrauen schafft und seine Werte konsequent lebt, stärkt nicht nur die eigene Organisation – sondern gestaltet aktiv die Zukunft der Pflege.
Über die Befragung
Die Analyse fußt auf den Ergebnisdaten des Branchen-Prüfsystems ATTRATKTIVER ARBEITGEBER PFLEGE (aap). Die wissenschaftlich fundierte Mitarbeiterbefragung umfasst 35 Items in vier Themenbereichen:
- Qualität der Arbeitsbedingungen
- Führung durch Leitungskräfte
- Auftritt nach Außen
- Profil gegenüber Wettbewerbern.
Seit der Markteinführung 2012 wurden mit dem aap fast 100.000 Mitarbeiter:innen aus der Pflege in über 2.400 Projekten befragt. Die Auszeichnung erreichen rund 20% der Einrichtungen.
Weitere Infos unter www.attraktiver-arbeitgeber-pflege.de