Ein neues Krankenhaus für die Gesundheitsversorgung von mehr als 280.000 Menschen im Hamburger Westen rückt näher: Der Senat hat am 07. September die erforderlichen Schritte für den Neubau der Asklepios Klinik Altona beschlossen. Die Sozialbehörde und Asklepios hatten sich zuvor auf wesentliche Eckpunkte für die Vergabe der Planung und Bauausführung, die Finanzierung des Projekts, begleitende Infrastrukturmaßnahmen und Regelungen zur Grundstücksbereitstellung verständigt. Damit kann ein europaweites Vergabeverfahren für die Realisierung starten. Über die konkreten Bau- und Einrichtungskosten bzw. deren Finanzierung soll die Bürgerschaft auf Grundlage der Ergebnisse des Vergabeverfahrens entscheiden. Ziel ist der Bau eines modernen Krankenhauses der kurzen Wege, das stationäre, teilstationäre und ambulante Medizin unter einem Dach verbindet. Die neue Klinik soll dabei ihre Funktion als Maximalversorger mit umfassender Not- und Unfallversorgung sowie einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe fortführen und weiterentwickeln.
Schon heute zählt die Asklepios Klinik Altona mit ihrem breiten medizinischen Angebot und ihrer leistungsfähigen Notfallversorgung zu den zentralen Säulen der Hamburger Gesundheitsversorgung. Ihr Versorgungsgebiet umfasst den Hamburger Westen, die Kreise Pinneberg, Stade und Harburg bis zur A7 und das Hafengebiet. Der Neubau soll die Gesundheitsversorgung in diesem Gebiet auch in den kommenden Jahrzehnten sicherstellen, stärker vernetzen und Behandlungsschwerpunkte in Zentren zusammenführen.
Jährlich werden in der Asklepios Klinik Altona rund 90.000 Patientinnen und Patienten behandelt, darunter über 30.000 stationär. Geplant ist ein Klinikum mit 600 Betten, davon 60 im Intensivbereich, zuzüglich 46 Betten in der Neonatologie. Hinzu kommen zwölf Operationssäle für stationäre und fünf Fast-Track-OP für ambulante Eingriffe. Kurze Wege und funktional aufeinander abgestimmte Bereiche sollen die Zusammenarbeit der Berufsgruppen erleichtern sowie Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau bieten.
Dem Senatsbeschluss vom 07. September sind umfangreiche Abstimmungen zwischen der Sozialbehörde und den Asklepios Kliniken Hamburg vorausgegangen.
Die Planungen und Kostenkalkulationen für den Neubau wurden dabei grundlegend weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem die anspruchsvollen Baugrundverhältnisse, die in den letzten Jahren eingetretenen erheblichen Baukostensteigerungen, sowie die Auswirkungen der Krankenhausreform des Bundes.
Planung und Bau sollen aus einer Hand erfolgen. Dafür soll ein Totalübernehmer in einem europaweiten Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb ausgewählt werden. Im ersten Schritt werden geeignete Unternehmen ausgewählt und legen zunächst indikative Kostenangebote vor. Diese werden fachlich geprüft, in Verhandlungen geschärft und so das wirtschaftlichste Angebot ermittelt. Am Ende der anschließenden Planungsphase soll ein verbindliches Festpreisangebot stehen.
Asklepios und die Freie und Hansestadt Hamburg haben sich auf einen Gesamtkostenrahmen für das Projekt verständigt, dessen Höhe mit Blick auf das Vergabeverfahren derzeit noch nicht veröffentlicht wird, um die Angebote der Bieter nicht zu beeinflussen. Mit den indikativen Angeboten entsteht eine belastbare Grundlage für die Entscheidung über Errichtungskosten und Finanzierung.
Hamburg und Asklepios finanzieren den Neubau gemeinsam. Nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht übernimmt das Land die förderfähigen Investitionskosten. Bei großen Krankenhausneubauten beteiligen sich die Träger in Hamburg in der Regel mit einem Eigenanteil. Aufgrund der besonderen Baugrundherausforderungen am Standort übernimmt die Freie und Hansestadt Hamburg im vorliegenden Fall 77 Prozent der Investitionskosten, Asklepios beteiligt sich mit 23 Prozent.
Die Neonatologie wird auch künftig in einer schon heute bestehenden Kooperation zwischen Asklepios und dem Altonaer Kinderkrankenhaus betrieben. Die hierfür benötigten Flächen werden vollständig aus Haushaltsmitteln finanziert, da sie allein der stationären Patientenversorgung dienen.
Die Umsetzung des Vorhabens ist Gegenstand einer Gesamtprojektvereinbarung zwischen der Stadt und Asklepios. Das Inkrafttreten der Vereinbarung steht unter der aufschiebenden Bedingung der Zustimmung der Bürgerschaft, die auf Grundlage der indikativen Angebote der Bieter des Teilnahmewettbewerbs voraussichtlich bis Ende 2027 eingeholt werden soll.