Die Nutzungsbereitschaft vieler digitaler Angebote hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht: Terminvereinbarungen würden 78 Prozent nutzen (2021: 73 Prozent), zu einer kontinuierlichen Messung der Fitness- und Gesundheitswerte sind 78 Prozent (zuletzt 75 Prozent) bereit und der Messung von Blutdruck, Blutzucker und anderen Werten samt Übermittlung per Gesundheits-App würden 75 Prozent zustimmen (2021: 63 Prozent). Auch Tagebuchfunktionen, die dem Arzt bei Migräne, Asthma oder Schlafstörungen die Beurteilung erleichtern, erreichen mit 70 Prozent gegenüber 57 Prozent eine deutlich höhere Zustimmung. Insgesamt beurteilt die Mehrheit die Digitalisierung in Krankenhäusern als mittelmäßig. Das ergab eine repräsentative Online-Befragung von 2.000 Bundesbürger:innen durch das Institut Toluna im Auftrag der Asklepios Kliniken.

„Die Ergebnisse zeigen eine deutlich höhere Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Services im Vergleich zum Vorjahr. Offenbar hat die Pandemie nicht nur die Defizite in der Digitalisierung offengelegt, sondern auch deren Vorteile aufgezeigt.“

Kai Hankeln, Chief Executive Officer der Asklepios Kliniken

Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen zeigen die Befragten der Studie klare Präferenzen. So fordern 77 Prozent eine Vernetzung des Krankenhauses mit anderen Gesundheitsanbietern zur Weiterleitung von Überweisungs- und Entlassungsinformationen. Das sind noch einmal zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Praktisch unverändert wünschen sich je 70 Prozent Rezepte, die in Echtzeit an Apotheken übermittelt werden, und elektronische Dokumente wie Impfpass, Mutterpass oder Organspendeausweis. Mit 68 Prozent steht auch die digitale Patientenakte noch oben auf der Agenda. Am wenigsten Zuspruch erhalten medizinische Chatbots, also Sprachprogramme, mit gerade einmal 34 Prozent Zustimmung.

Genutzt werden digitale Anwendungen trotz Pandemie immer noch in überschaubarem Maße. Online-Terminvereinbarungen haben immerhin schon 42 Prozent genutzt und 84 Prozent waren damit zufrieden. Tele- bzw. Videosprechstunden hat jeder Fünfte in Anspruch genommen mit einer Zufriedenheit von 77 Prozent. Erst 18 Prozent haben digitale Tools angewandt, die eine Ferndiagnose ermöglichen, hier lag die Zufriedenheit bei 69 Prozent, wobei nur 19 Prozent „sehr zufrieden“ waren.

Jeder Vierte kann sich vorstellen, dass Künstliche Intelligenz Ärzt:innen ersetzt

Manche Ergebnisse unterscheiden sich auch je nach Geschlecht oder Altersgruppe. So fällt zum Beispiel die mit 92 Prozent hohe Bereitschaft der über 60-Jährigen auf, die eine Notfallfunktion einer App, die bei Sturz oder erhöhter Herzfrequenz die Familie informiert, nutzen würden. Nutzer digitaler Gesundheits-Tools schätzen deren Vorteile erheblich höher ein, bis zum Doppelten im Vergleich zu digitalen Abstinenzlern. Ganz vorne steht dabei die Aussage „Ich kann meinen Gesundheitszustand besser einschätzen“, was Nutzer zu 84 Prozent so sehen, Nichtnutzer nur zu 49 Prozent. Besonders jüngere Menschen unter 30 sehen diese Vorteile.

Die Unsicherheit über die Speicherung und Weitergabe von Daten ist von 65 Prozent auf 63 Prozent minimal zurückgegangen. Praktisch unverändert ist auch die Angst davor, dass Computer zukünftig Entscheidungen über das Leben treffen könnten mit 76 Prozent und die Befürchtung, Künstliche Intelligenz erhöhe das Risiko durch Hackerangriffe (71 Prozent). Zwei Drittel glauben, Ärzt:innen haben mehr Zeit für sie, wenn ihnen Künstliche Intelligenz (KI) einige Tätigkeiten abnimmt und mit 52 Prozent ist mehr als die Hälfte überzeugt, dass KI sogar zu mehr Sicherheit bei Untersuchungen und Diagnosen führen wird, da menschliche Fehler ausgeschlossen sind. Jeder Vierte kann sich sogar gut vorstellen, dass KI Ärzte in Zukunft vollständig ersetzen wird und 22 Prozent würden der Diagnose einer KI mehr vertrauen als der eines Arztes.

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