Partizipativer Prozess zur Digitalstrategie des BMG

  • In den nächsten Monaten sollen mit verschiedenen Akteur:innen des Gesundheitswesens konkrete Umsetzungsschritte erarbeitet werden.
  • Zentrale Rolle spielen Fachforen, in denen die folgenden Handlungsfelder bearbeitet werden:
    • Versorgungsprozesse Gesundheit und Pflege
    • Regulatorische Rahmenbedingungen
    • Patientensouveränität und digitale Kompetenzen
    • Wirtschaftlichkeit und Effizienz
    • Akzeptanz und Begeisterung der Versicherten
    • Technologien und Anwendungen
    • Befähigung, Akzeptanz und Begeisterung seitens der Leistungserbringer
    • Daten, Datenmodelle Interoperabilität und Architektur
  • Nach Erarbeitung der groben Eckpunkte in den Themenblöcken soll ein erneutes Stellungnahmeverfahren durchgeführt werden.

Der Spagat zwischen Datenschutz und datengetriebenen Innovationen ist nicht nur die Herausforderung bei der Umsetzung des E-Rezeptes, sondern zieht sich durch den gesamten Gesundheitssektor. “Daten nutzen, nicht nur Daten schützen” – das ist die Kernaussage aus der Rede von Bundeminister Karl Lauterbach, um die Digitalisierung auch effektiv umzusetzen, Verwaltungen zu entlasten, Versorgung zu verbessern und Zugänge zu erleichtern.

In eindrücklichen Vorträgen präsentierten Morten Elbaek Petersen vom dänischen eHealth Portal sundhed.dk und Prof. Ran Balicer von der israelischen Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (Israel Clalit Health Services) wie sie mithilfe von datengetriebenen Systemen große Erfolge in der Eindämmung der Corona-Pandemie erzielen konnten. Dem hatte Dr. Susanne Ozegowski, seit April 2022 Abteilungsleiterin für den Bereich Digitalisierung und Innovation im BMG nur hinzuzufügen, dass Deutschland hier sicherlich nicht zu den Gipfelstürmern zähle. Mit Blick auf den kommenden Strategieprozess gab sie bekannt, dass es zwei Phasen der Stellungnahme geben werde. Die erste findet aktuell statt. Akteur:innen aus dem Gesundheitssektor haben bis Ende September Zeit einen Fragebogen zu Bereichen der Gesundheitsdigitalisierung zu beantworten. Auf Basis dessen werden in acht Fachforen (s.o. Themenfelder) Eckpunkte erarbeitet, zu denen in einer zweiten Feedbackschleife Stellung bezogen werden kann.

Das Prozess ist klar: Wer die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit voranbringen will, sollte die Verfahren nutzen, um sich zu positionieren und ggf. Stolpersteine aufzuzeigen. Durch die strukturierte Kommunikation mit Stakeholdern in der Politik aber auch den Mitgliedern der Fachforen kann dringlichen Anliegen Ausdruck verliehen werden. Wichtig ist es, jetzt aktiv zu werden, um in der frühen Phase der Strategiefindung nicht hinten runter zu fallen.

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