Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos stellte am 01. September im Rahmen einer Online-Pressekonferenz den „CARE Trendreport“ vor. Basierend auf 47 Gesprächen mit Experten aus 32 Unternehmen verschiedener Branchen, ergänzt durch Ipsos‘ langjährige Expertise im Bereich der Pflegemarktforschung, werden darin die wichtigsten Entwicklungen und Umbrüche aufgezeigt, die den Pflegemarkt in den nächsten fünf bis zehn Jahren maßgeblich prägen werden. 

„Aus den tiefgehenden Interviews, die wir mit Pflegeexpertinnen und -experten aus zahlreichen Unternehmen sowie Privathaushalten geführt haben, konnten wir zehn Trends identifizieren, von denen mich einige in ihrer Ausprägung wirklich überrascht haben. So zum Beispiel das große Individualisierungsbedürfnis einer neuen Generation von Alten, das sich nicht nur in sehr unterschiedlichen Ansprüchen an altersgerechte Wohn- und Betreuungsformen zeigt, sondern auch einen ganz anderen Bedarf an zubuchbaren Leistungen nach sich zieht.“ 

Stephanie Hollaus, Leiterin des Forschungsbereichs CARE bei Ipsos

Mit zunehmender Angebotspalette von diversen Unternehmen stiege gleichzeitig der Beratungsbedarf sowohl auf Seiten professionell als auch privat Pflegender. Im Pflegemarkt von morgen genüge es daher nicht mehr, nur das eigene Produkt zu verkaufen:

„Oftmals empfiehlt es sich, dem Produkt eine zusätzliche Beratungsleistung für den Kunden zur Seite zu stellen, beispielsweise um den Paragraphendschungel zu durchleuchten und eine größtmögliche Marktabschöpfung zu erreichen. Darüber hinaus kümmern sich innovative Unternehmen seit einiger Zeit verstärkt um die Positionierung ihrer Marke und kurbeln damit den Wettbewerb im Pflegemarkt an.“   
 

Stephanie Hollaus

Der Pflegemarkt: Eine Branche im Aufbruch

Der Trendbericht zeichnet das Bild einer Branche, die gerade einen beispiellosen Aufbruch erlebt: Längst ist die Pflege kein Stiefkind der Wirtschaft mehr, sondern ein wichtiger, hoch dynamischer und milliardenschwerer Wachstumsmarkt. In einer Transformationsphase befinden sich aber auch sämtliche Zielgruppen. Nach der eher traditionellen und sparsam lebenden Kriegsgeneration stehen nun die „neuen Alten“ vor der Tür, mit ganz anderen Ansprüchen an Essen, Technologien, Gesundheit und Konsum. Aber auch die professionelle Pflegewelt sieht sich mit dem Aufkommen der „jungen Wilden“, einer digital-affinen und hochschulisch gut ausgebildeten Generation von Pflegefachkräften, einem schnellen Wandel gegenüber.

Ipsos Geschäftsführer Ralf Ganzenmüller resümiert: „Wer in diesen Markt einsteigen will, muss sich sehr genau mit den besonderen Marktbedingungen sowie den Bedürfnissen und Erwartungen der diversen Zielgruppen auseinandersetzen. Hierbei wird die sich entwickelnde Pflegemarktforschung eine wichtige Unterstützung leisten. Unser ‚CARE Trendreport‘ ist dabei erst der Anfang.“ 

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