Das Patientenhotel erhält für die Hotelleistungen die höchste deutsche Hotelklassifizierung. Die Sternetafel wurde am Donnerstag, 8. Oktober, durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Thüringen (DEHOGA Thüringen) übergeben. Thüringens DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger überbrachte die entsprechende Urkunde und die Plaketten.  Der erste Gast wird am Donnerstag, 31. Oktober, in den mit Sternen ausgezeichneten Neubau des Patientenhotels der Waldkliniken einchecken.

Waldkliniken-Geschäftsführer David-Ruben Thies (Mitte) erhielt für den Neubau – das Patientenhotel – die höchste deutsche Hotelklassifizierung.

Ab Ende Oktober vereint damit Deutschlands bestes Krankenhaus* erstmals Spitzenmedizin mit zwei hochklassigen Hotels in einem Neubau, der in der deutschen Krankenhauslandschaft neue Maßstäbe setzt – und das für Patienten aber auch andere Gäste aller Kassen. Das Hotel wird grundsätzlich öffentlich betrieben. Mit dem Konzept wollen die Waldkliniken die Patienten- und Gästezufriedenheit auf ein neues Level heben. Deshalb wurde der kürzlich fertig gestellte Neubau auch als Patientenhotel der Waldkliniken Eisenberg und eben nicht als „Bettenhaus“ gebaut. 

„Bei uns ist jeder Patient ein willkommener Gast, aber auch Gäste von außerhalb, seien es nun Angehörige oder Gäste, welche die Region erkunden wollen. Auf die DEHOGA-Sterne für unser Patientenhotel sind wir deshalb besonders stolz. Sie sind die Krönung all der Mühen, die das gesamte Waldkliniken-Team in den letzten Jahren auf sich genommen hat. Wichtig war uns von Anfang an, dass sich unsere Gäste so wohl fühlen wie in einem erstklassigen Hotel – und dadurch schneller wieder gesund werden oder sich in der Region erholen. Wir haben das System Krankenhaus und sein Umfeld dafür völlig neu gedacht.“

David-Ruben Thies, Geschäftsführer der Waldkliniken

Der DEHOGA vergibt die Auszeichnungen nach einem umfangreichen Kriterien-Katalog. Über 300 Vorgaben musste der Neubau dafür erfüllen. Dazu zählen unter anderem die gehobene Zimmerausstattung, die Kulinarik, aber auch der Service, der in dem Haus den Gästen geboten wird. So kümmert sich im 5-Sterne-Bereich sogar ein Concierge um die Gäste. Außerdem gibt es, um nur einige weitere Beispiele zu nennen, drei Restaurants im Haus, die eine gehobene Küche anbieten, eine Rezeption, einen Gepäckservice und ein innovatives Informationssystem. Alle Zimmer, die mit modernen Flachbildschirmen und einem Internetzugang ausgestattet sind, haben zudem schöne Bäder und einen Zugang zu einem Wintergarten, der einen Blick ins Grüne bietet. 

Auch wenn in der Empfangs-Lobby ein Kamin-Feuer prasselt und im Bistro täglich frisches Brot gebacken wird: Die Waldkliniken sind in erster Linie ein Krankenhaus aber nun mit zwei Hotels. Für den außergewöhnlichen Rundbau holte sich Geschäftsführer David-Ruben Thies den weltbekannten Mailänder Architekten und Designer Matteo Thun ins Haus. Für Matteo Thun, der mit seinem Team in der ganzen Welt Hotelbauten der gehobenen Klasse realisiert hat, war es das erste Projekt im Gesundheitswesen überhaupt.

„Der Patient wird Gast.“

Mattheo Thun

Für die Verbindung von Form und Funktion, Gestaltung und Anforderungen einer modernen Klinik und der Hotels, arbeitete Matteo Thun eng mit HDR zusammen. Das Unternehmen ist eines der führenden internationalen Architektenbüros für hochwertige und funktionale Gebäude im Bereich Gesundheit, Forschung und Lehre – insbesondere in der Planung von Kliniken. „Die Zertifizierung des Patientenhotels bewerten wir aus architektonischer Sicht als Wertschätzung für die sehr befruchtende Zusammenarbeit zwischen den Waldkliniken Eisenberg um David-Ruben Thies, Matteo Thun und unserem Projektteam aus Leipzig. Mit großer Innovationsfreude, Mut und Eifer konnten wir gemeinsam eine Architektur realisieren, die neue Maßstäbe setzt“, sagte HDR-Geschäftsführer Johannes Kresimon. In einem 1:1-Modell, einem Mockup, wurden die Zimmer zudem vorab vom Waldkliniken-Team auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Auch das ist eine Idee, die aus der Hotellerie stammt. 

„Die Gäste der Waldkliniken erhalten durch die DEHOGA-Zertifizierung des Patientenhotels mit fünf bzw. vier Sternen eine sichere und transparente Übersicht über die Leistungen und Angebote. Dass sich hier ein Krankenhaus die enorme Mühe gemacht hat ein Hotel zu bauen, welches die hohen DEHOGA-Standards erfüllt, ist einmalig und hat damit absoluten Vorbild-Charakter.“, so DEHOGA-Thüringen Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger.

„Das Projekt Eisenberg war auch für mich eine tolle Erfahrung. Seit der ersten Anfrage 2015 habe ich das Vorhaben gemeinsam mit dem Team um Herrn Thies vorangebracht. Es ist auch für mich das erste 5 Sterne Hotel, welches ich bis zur erfolgreichen Erstklassifizierung begleitet habe“, zeigt sich Doreen Mühlbach, Klassifizierungsmanagement Thüringen, stolz.

DIE IDEE DES PATIENTEN-HOTELS WALDKLINIKEN EISENBERG

„Hospes!“ ist das Zauberwort, das David-Ruben Thies und Matteo Thun an den Anfang ihres Entwurfs gestellt haben. Es ist das lateinische Wort für Gast und steckt im Wortstamm von Hospital und Hospitality, dem englischen Begriff für Gastfreundschaft. Diese Idee des willkommenen Gastes ist der Kern des Konzepts für das neue Gebäude der Waldkliniken Eisenberg. Ein Krankenhausaufenthalt soll nicht mehr „erduldet“ werden müssen, wie es der lateinische Ursprung des Wortes „Patient“ (pati=erdulden) nahelegt. 

Neben der erstklassigen medizinischen und pflegerischen Versorgung wollte man den Patienten aber eben auch Gästen eine Aufenthaltsqualität auf höchstem Niveau bieten. Dabei gehören die Waldkliniken nicht einem privaten Klinikkonzern, sondern sind ein gewöhnliches, kommunales Kreiskrankenhaus. Hauptgesellschafter ist der Saale-Holzland-Kreis, Mindergesellschafter das Universitätsklinikum Jena. Auch deshalb wurde der Neubau umfassend vom Freistaat Thüringen gefördert.

* in der Kategorie 150 bis 300 Betten, laut F.A.Z. Institut, in den Jahren 2019 und 2020

Foto © Marcel Krummrich, Waldkliniken Eisenberg

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