Pflegeattraktiv ist in der Hauptstadt angekommen: Als erstes Krankenhaus in Berlin wurde die Caritas-Klinik Dominikus in Berlin-Reinickendorf nach dem Standard für attraktive Arbeitsbedingungen in der Pflege zertifiziert. Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, überreichte die Pflegezert GmbH das Zertifikat an die Klinikleitung und die sechs engagierten Projektgruppen. Die Auszeichnung würdigt ihren gemeinsamen Weg, Arbeitsbedingungen und Zusammenarbeit aus der Pflege heraus weiterzuentwickeln.
Die Berliner Premiere folgt auf vier Jahre Entwicklung: Seit 2022 werden Einrichtungen nach dem Standard Pflegeattraktiv zertifiziert. Was in Nordrhein-Westfalen begann, hat sich über Deutschland bis nach Österreich verbreitet. Nach Angaben der Pflegezert GmbH wurden bislang rund 60 Kliniken und Langzeitpflegeeinrichtungen ausgezeichnet. Nun setzt erstmals ein Berliner Krankenhaus mit dieser Zertifizierung ein Zeichen für die Mitgestaltung durch Pflegende.
„Als Berliner Unternehmen freuen wir uns besonders über diese Premiere in unserer Heimatstadt. Beeindruckt hat uns der Gestaltungswille der sechs Projektgruppen: Menschen, die ihren Arbeitsalltag genau kennen, treffen gemeinsam mutige Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für Veränderung. Ihre Expertise verdient Anerkennung und einen festen Platz in den Entscheidungen ihrer Klinik.“
Sabrina Roßius, Geschäftsführerin der Pflegezert GmbH
Sechs Projektgruppen gestalten den Klinikalltag
Die Projekte setzen dort an, wo Beschäftigte und Patientinnen und Patienten Veränderungen im Alltag erleben können. Geplant sind ein einheitliches Onboarding für Auszubildende, Pflegefachkräfte im Anerkennungsverfahren und Pflegefachassistenzen sowie eine verbesserte, pflegegeleitete OP-Koordination. Hinzu kommen verbindliche Vereinbarungen zur Führung in der Pflege, die Optimierung des Entlassmanagements, die Weiterentwicklung interdisziplinärer Patientenübergaben sowie klare Kommunikation und standardisierte Abläufe.
Die Projektgruppen gestalten diesen Weg gemeinsam mit Pflegedirektorin Stefanie Nathal, dem Ärztlichen Direktor Dr. med. Christoph Holmer und der Kaufmännischen Direktorin Stefanie Hackel. Damit verbindet die Klinik pflegerische Expertise mit medizinischer und wirtschaftlicher Verantwortung.
Resilienz entsteht auch durch gute Organisation
Politische Entscheidungen und gesellschaftliche Herausforderungen verändern die Anforderungen an Gesundheitseinrichtungen. Pflegeattraktiv setzt bei den Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation an: Beschäftigte identifizieren Belastungen, hinterfragen Abläufe und entwickeln gemeinsam Lösungen, die zu den verfügbaren Ressourcen passen. So soll eine widerstandsfähige Organisation entstehen, deren Entwicklung bei den Menschen ankommt, die täglich Versorgung leisten.
Pflegende bringen dafür besonderes Wissen mit. Sie erleben unmittelbar, wo Übergaben stocken, Zuständigkeiten unklar bleiben oder unnötige Arbeit entsteht. Die Berliner Projekte geben diesem Wissen einen verbindlichen Rahmen. Ihr Ziel sind praxistaugliche Prozesse, die Mitarbeitende entlasten und eine verlässliche Versorgung unterstützen.
Mit der Zertifizierung beginnt die nächste Entwicklungsphase. Die Projekte werden in den Klinikalltag übertragen, ihre Fortschritte überprüft und die Maßnahmen weiterentwickelt. Für Berlin macht die Premiere sichtbar, wie ein Krankenhaus die Attraktivität des Pflegeberufs an konkreten Arbeitsbedingungen festmacht und seine Beschäftigten an deren Gestaltung beteiligt.