Der September rückt das Thema Demenz wieder verstärkt in den Fokus. Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ findet am 21. September 2026 der diesjährige Welt-Alzheimertag statt. Dabei geht es nicht allein um die Erkrankung selbst, sondern auch um die Frage, wie ein Umfeld aussehen muss, das Menschen mit Demenz Sicherheit, Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Die meisten Menschen mit Demenz sind älter als 65 Jahre. Dennoch können Demenzerkrankungen auch jüngere Menschen treffen. Gleichzeitig betrifft diese Erkrankung immer auch Menschen unterschiedlicher Generationen woe Partnerinnen und Partner, Kinder, Angehörige, Freunde oder Kolleginnen und Kollegen. Genau darauf macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit dem diesjährigen Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ aufmerksam. In Deutschland leben nach Angaben der Organisation rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. 

Demenzsensibilität beginnt nicht erst bei der Pflege

Wie vielfältig die Anforderungen an eine demenzsensible Versorgung sind, zeigt aktuell das CaritasKlinikum Saarbrücken. Das Klinikum berichtete Anfang September über Maßnahmen, mit denen die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Demenz weiterentwickelt wird.

Dazu gehören unter anderem Demenzbeauftragte als Ansprechpartnerinnen für die Teams, Delir-Screenings auf Pilotstationen, praktische Kommunikationshilfen für Mitarbeitende sowie geplante Mikro-Schulungen, die unmittelbar in Teamsitzungen und Übergaben integriert werden sollen. 

Dabei geht der Blick über die pflegerische und die medizinische Abläufe hinaus. Die Demenzbeauftragten sollen künftig auch bei Stationsumbauten einbezogen werden wie beispielsweise bei Entscheidungen über Bodenbeläge und Wandfarben. 

Damit rückt ein Aspekt in den Mittelpunkt, der bei der Versorgung von Menschen mit Demenz zunehmend an Bedeutung gewinnt: Die gebaute Umgebung kann dazu beitragen, mehr Orientierung und Sicherheit zu geben. Das Thema Milieugestaltung rückt stärker in den Fokus.

Gerade ein Krankenhaus ist für Menschen mit Demenz eine besondere Situation. Gewohnte Abläufe und vertraute Orientierungspunkte fehlen, gleichzeitig treffen viele neue räumliche und kommunikative Eindrücke aufeinander. Demenzsensibilität wird damit zu einer Aufgabe, die nicht allein bei einzelnen Fachkräften liegt. Das CaritasKlinikum bezeichnet sie entsprechend als multiprofessionelle Aufgabe von Pflege, Medizin, Therapie und weiteren Berufsgruppen. 

Teilhabe statt Rückzug

Auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft stellt anlässlich des diesjährigen Welt-Alzheimertages einen Perspektivwechsel in den Vordergrund. Eine Demenzdiagnose bedeute nicht automatisch den Verlust von Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Teilhabe oder eines aktiven Alltags. Viele Interessen, Fähigkeiten und Gewohnheiten könnten lange erhalten bleiben. Aktivität umfasse dabei weit mehr als Bewegung. Genauso wichtig seien Begegnung, kreative Beschäftigung und individuell bedeutsame Alltagserlebnisse. 

Der Welt-Alzheimertag am 21. September und die anschließende Woche der Demenz vom 21. bis 27. September 2026 bieten deshalb Anlass, nicht nur über Erkrankung und Unterstützungsbedarf zu sprechen. Sie lenken den Blick ebenso darauf, wie Strukturen, Räume und Angebote gestaltet sein müssen, damit Menschen mit Demenz möglichst lange selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. 

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.; Caritas Klinikum Saarbrücken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert