Wie können pflegebedürftige Menschen auch bei Unterstützungsbedarf möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben? Genau hier setzt das neue Kooperationsprojekt ennaSmartCare an. Gemeinsam erproben die enna systems GmbH, die Diakonie Nord Nord Ost und die Hochschule Furtwangen neue Wege, um Pflegeunterstützung, Beratung und Prävention digital und gleichzeitig maximal einfach zugänglich zu machen.
Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Herausforderung der häuslichen Pflege: Viele digitale Angebote existieren bereits – kommen bei älteren, technikfernen Menschen jedoch kaum an. Mit dem haptischen enna-System, das ganz ohne Touchscreen, Menüs oder Vorkenntnisse funktioniert, sollen digitale Pflegeleistungen erstmals niedrigschwellig in den Alltag integriert werden.
„Mit dieser Idee können sich Seniorinnen und Senioren Pflegeunterstützung und -beratung per Videocall nach Hause holen – und das mit einer maximal einfach zu bedienenden und überzeugenden Ausstattung, für die man weder technikaffin sein muss noch Vorkenntnisse braucht. So unterstützen wir Menschen zielgerichtet dabei, trotz Pflegebedürftigkeit in der häuslichen Umgebung bleiben zu können. Wir freuen uns sehr, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten.“
Doreen Boniakowsky, Geschäftsbereichsleitung Pflege, Diakonie Nord Nord Ost
In Pilotregionen wird erprobt, wie sich unter anderem digitale Pflegeberatungen nach § 37.3 SGB XI, präventive Angebote sowie die (Video)-kommunikation zwischen Pflegefachkräften, Pflegebedürftigen und Angehörigen sinnvoll in den Pflegealltag integrieren lassen. Ziel ist es, Pflegefachpersonen zu entlasten, Wegezeiten zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Versorgung zu sichern. Begleitend werden im Rahmen des Projekts neue digitale Geschäftsmodelle für die Pflege analysiert und entwickelt, die perspektivisch auf weitere Regionen und Träger skalierbar sind.
Die Diakonie Nord Nord Ost bringt dabei ihre langjährige Erfahrung aus der ambulanten Pflege und den direkten Zugang zur Zielgruppe ein. Das Institut Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT) der Hochschule Furtwangen begleitet das Projekt wissenschaftlich und untersucht Akzeptanz, Wirksamkeit und Skalierungspotenzial. Das als Machbarkeitsprojekt auf zwölf Monate angelegte Vorhaben startete am 1. Januar 2026.
Hinweis zur Förderung:
Das Projekt wird im Rahmen des Innovationsprogramms für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen IGP) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.