Sprachgestützte Dokumentationssysteme können Pflegekräfte unterstützen, wenn bestimmte technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sind: Eine aktuelle Analyse des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege zeigt, dass die Systeme das Potenzial haben, die Pflegedokumentation verständlicher und vollständiger zu gestalten. Durch eine bessere Einbettung in pflegerische Abläufe können Doppelstrukturen vermieden und Pflegende so auch zeitlich entlastet werden.
Die Dokumentation der Pflege ist zentral für die Nachweispflicht und die Qualitätssicherung, wird jedoch häufig als aufwendig beschrieben. Neue digitale Systeme müssen daher den hohen fachlichen Standards der Dokumentation gerecht werden und Verbesserungen im Arbeitsalltag ermöglichen. Ob und wie sprachgestützte Dokumentationssysteme diesen Anspruch erfüllen können, stand im Fokus der Analyse des Kompetenzzentrums. Der nun veröffentlichte Bericht liefert vielversprechende Hinweise.
Wissenschaftlicher Überblick
Die Untersuchung beruht auf einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit zu Erkenntnissen aus internationalen Studien, Forschungsprojekten und Praxisberichten. Betrachtet wurden die Nutzungserfahrungen, Potenziale, Hürden und Gelingensfaktoren auf Ebene der Technologie, ohne Bewertung einzelner Hersteller oder konkreter Anwendungen. Die Studie berücksichtigt außerdem methodische Einschränkungen der vorliegenden Quellen, wie etwa unterschiedliche Versorgungssettings, teils begrenzte quantitative Daten und Ergebnisse aus internationalen oder simulierten Kontexten, die nicht unmittelbar auf die deutsche Langzeitpflege übertragbar sind.
Potenziale und Gelingensfaktoren
Selbst unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen zeigen sich klare Chancen der Technologie. So berichteten von den untersuchten Quellen über 90 Prozent von Zeiteinsparungen, die allerdings je nach Setting stark variierten. Über ein Drittel verzeichnete eine Verbesserung der Dokumentationsqualität mit verständlicheren, vollständigeren und detaillierteren Einträgen. Diese Potenziale entfalten sich im Zusammenspiel einer verlässlichen technischen Infrastruktur und organisatorischen Rahmenbedingungen: WLAN, gesicherte Schnittstellen, eindeutiger Datenschutz, transparente Kommunikation sowie die Einbindung, Schulung und Unterstützung der Mitarbeiten sind unerlässlich für eine erfolgreiche Einführung der Systeme.
„Natürlich bedeutet so eine Umstellung erst zusätzlichen Aufwand, der sich aber lohnt, denn: Sind diese Rahmenbedingungen einmal geschaffen, kann die sprachgestützte Pflegedokumentation Pflegekräfte spürbar entlasten und die Qualität der Dokumentation verbessern.“
Dr. Jeannette Winkelhage, Leitung Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege
Ausblick
Der vollständige Bericht zur Analyse sprachgestützter Pflegedokumentationssysteme ist auf der Website des Kompetenzzentrums veröffentlicht. Die Seite bietet neben übersichtlichen Informationen zur Technologie auch Checklisten als konkretes Unterstützungsmaterial.