Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege setzt sich seit Dezember 2020 für eine hohe Impfquote in allen Einrichtungen und Diensten der Altenpflege ein. Dafür sind umfassende interne Überzeugungsarbeiten geleistet worden. Eine Impfquote von deutlich über 90 % zeigt, dass die Mitarbeitenden die Wichtigkeit für sich und die hochaltrigen oder vorerkrankten Menschen erkannt haben. 

Wichtig ist nun, sehr schnell alle in der Pflege arbeitenden Personen mit einer Booster-Impfung zu erreichen. Parallel müssen die hochaltrigen und vorerkrankten Menschen mit Booster Impfungen versorgt werden. 80 % dieser Menschen leben in der eigenen Wohnung und sind oftmals in der Mobilität eingeschränkt. Daher müssen jetzt schnell Konzepte, in Zusammenarbeit mit den ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten erstellt werden, wie diese Menschen ihre Impfungen erhalten. 

Ein sehr einfacher Vorschlag ist dabei, den Hausärzten nicht nur eine höhere Vergütung für die Impfung in den Praxen zu gewähren, sondern auch Anreize für aufsuchende Impfungen in der Häuslichkeit zu bieten. Impfungen bei Hausbesuchen sind vielerorts – und das nicht nur im ländlichen Raum – mit sehr hohem zeitlichen Aufwand verbunden. 

Darüber hinaus sollten flächendeckend dezentrale und vor allem wohnortnahe Impfangebote in den Kommunen organisiert werden, wie das in einigen Städten und Landkreisen mit Impfbussen oder Impfsprechstunden in öffentlichen Gebäuden bereits passiert. Gerade für ältere Menschen müssen die Impfungen leichter zugänglich gemacht werden.

Wenn eine Impfpflicht für in der Pflege tätige Personen kommen sollte, müssen die arbeitsrechtlichen Folgen eindeutig vom Gesetzgeber beschlossen sein. Arbeitsrechtliche Klärungen kann in Pandemiezeiten nicht Aufgabe der Einrichtungen und Pflegeanbieter sein. Dafür fehlt die Zeit, denn der Schutz der versorgten Menschen geht jetzt vor.

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