Diakonie Stiftung Salem-Vorstand Christian Schultz fordert Unterstützung in Zeiten der Corona-Pandemie 

Die Schließung unserer Tagespflegen, Schulen und einiger Beratungsstellen sowie das Betretungsverbot für unsere Kindertageseinrichtungen stellen uns als Diakonie Stiftung Salem vor große Herausforderungen. Auch für unsere Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) besteht ein Betretungsverbot für Beschäftigte mit Handicap. Viele der von uns unterstützten Menschen müssen sich kurzfristig extrem umstellen. Auch unseren Mitarbeitenden wird eine Maß an Flexibilität abverlangt, welches seinesgleichen sucht.  

Die größte Belastung tragen auch jetzt wieder die Mitarbeitenden in der Pflege, da sie fast ausschließlich hoch gefährdete Personen betreuen.

Erste Personalausfälle (durch vorsorgliche häusliche Quarantäne oder das 14-tägige Betretungsverbot für Mitarbeitende, die aus Risikogebieten zurückkehren) können wir bisher noch gut kompensieren. Sobald aber eine größere Anzahl von Mitarbeitenden ausfällt, wird die Versorgungssicherheit nur mit extremer Einsatzbereitschaft der noch einsatzfähigen Kolleginnen und Kollegen zu meistern sein.

Nun rächen sich die Fehler, die seit Einführung des Sozialmarktes in den 1990ger Jahren durch die Politik gemacht wurden. Ständige Kostenminimierung auf der einen Seite und Gewinnmaximierung als Unternehmensziel großer Trägergruppen auf der anderen Seite tragen eben nicht zu einer stabilen Ausstattung des Sozialsektors mit Pflegekräften bei.

Auch ist völlig ungeklärt, wie die mit der gegenwärtigen Krise einhergehenden finanziellen Schäden aufgefangen werden sollen. Die Politik ist gefragt, schnelle und unbürokratische Hilfen – auch für die Sozialwirtschaft – zur Verfügung zu stellen. Denn allein bei der Diakonie Stiftung Salem stehen rund 2.900 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Inwieweit bei den nun vollzogenen Teilschließungen unserer Einrichtungen ein Versicherungsschutz besteht, beziehungsweise ob die Versicherung überhaupt und wenn ja wann leistet, ist unsicher.

Es müssen daher kurzfristig Lösungen gefunden werden, die die wirtschaftliche Existenz unserer Einrichtungen und die damit verbundenen Arbeitsplätze sichern.

Ein klares Signal aus der Politik wird erwartet. Diese finanzielle Mehrbelastung wird nicht zu leisten sein.

Wir benötigen klare Aussagen im Hinblick auf finanzielle Unterstützung angesichts der Herausforderungen in diesen Zeiten. Soziale Komplexträger, wie die Diakonie Stiftung Salem, müssen durch die Corona-Pandemie besondere Maßnahmen ergreifen. Die damit verbundenen finanziellen Belastungen dürfen nicht allein auf den Schultern eines gemeinnützigen Trägers lasten.

Nicht zuletzt stellen die Lieferengpässe bei Desinfektionsmitteln, Schutzbekleidung und vielen weiteren notwendigen Arbeitsmitteln eine immens große Gefahr für unsere Mitarbeitenden und den Betrieb unserer Einrichtungen dar. Wir benötigen auch hier dringend Unterstützung. Seit mehreren Wochen versuchen wir erfolglos unsere Bestände hochzufahren. Die von Gesundheitsminister Laumann in Aussicht gestellte Beschaffung von Schutzmasken muss dringend umgesetzt und für alle betroffenen Einrichtungen sichergestellt werden.

Foto: Quelle Diakonie Stiftung Salem  


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