Bei der Verleihung des Deutschen Baupreises 2026 auf der Messe digitalBAU in Köln wurden gleich zwei Hamburger Architekturbüros prämiert: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner erhielten den ersten Platz in der Kategorie „Bauen im Bestand“, während LRW Architektur und Stadtplanung PartG mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Einfaches Bauen“ prämiert wurde.
Modulares Bauen für ein neues Kulturquartier
Das Hamburger Büro gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner ergatterte Platz Eins für den Konzertsaal der Isarphilharmonie im Münchner Kulturquartier Gasteig HP8. Der Saal mit rund 1.900 Sitzplätzen entstand in nur anderthalb Jahren Bauzeit in modularer Holzbauweise und bildet gemeinsam mit der denkmalgeschützten ehemaligen Trafohalle das Herzstück des neuen Kulturquartiers. Durch ein innovatives Stecksystem aus vorgefertigten Vollholz-Elementen konnte die Bauzeit deutlich verkürzt werden. Gleichzeitig entstand ein Konzertsaal mit internationalem akustischem Anspruch, der Architektur, Holzbau und Akustikplanung eng miteinander verbindet.
Blaupause für bezahlbaren Wohnungsbau
Den zweiten Platz in der Kategorie „Einfaches Bauen“ erhielt LRW Architektur und Stadtplanung für das Pilotprojekt MorellenQuartier in Hamburg-Wandsbek. Dort entstehen 90 geförderte Mietwohnungen, die zeigen sollen, wie bezahlbarer Wohnungsbau unter heutigen Bedingungen wieder realisierbar wird. Das Projekt setzt auf einen neuen Planungs- und Vergabeprozess sowie auf den sogenannten Hamburg Standard, der bewusst auf überhöhte technische Anforderungen verzichtet. Durch einfache, robuste Bauweisen, serielle Bauteile und Low-Tech-Lösungen konnte ein Baukostenrahmen von unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erreicht werden. Gleichzeitig bleibt der CO₂-Fußabdruck deutlich unter gängigen Referenzwerten. Das Konzept gilt damit als mögliche Blaupause für kostengünstigen Wohnungsbau in ganz Deutschland.
Architekturinnovation aus Hamburg
Die Auszeichnungen zeigen die große Bandbreite der Hamburger Architekturszene – von neuen Konzepten für bezahlbaren Wohnungsbau bis hin zu innovativen Kulturbauten. Beide Projekte demonstrieren, wie sich architektonische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen und setzen damit wichtige Impulse für die Bau- und Immobilienbranche in Deutschland. Genau solche Ansätze würdigt der Deutsche Baupreis, der Projekte und Unternehmen auszeichnet, die Antworten auf zentrale Herausforderungen der Branche liefern – von nachhaltigem Bauen über Digitalisierung bis hin zu besseren Arbeitsbedingungen auf der Baustelle.
Die Preisträger im Überblick
Bauunternehmen bis 150 Mitarbeitende
1. Platz: Heitkamp & Hülscher GmbH & Co. KG (Stadtlohn, Nordrhein-Westfalen)
2. Platz: Augel GmbH (Weibern, Rheinland-Pfalz)
3. Platz: Zimmerei Holzbau Zisler GmbH (Waldmünchen, Bayern)
Bauunternehmen 151 bis 500 Mitarbeitende
1. Platz: Unternehmensgruppe Glöckle (Schweinfurt, Bayern)
2. Platz: Ernst Höbel GmbH (Immenhofen, Bayern)
3. Platz: LUXHAUS Vertrieb GmbH & Co. KG (Georgensgmünd, Bayern)
Bauunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden
1. Platz: WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG (Stuttgart, Baden-Württemberg)
2. Platz: nesseler Gruppe (Aachen, Nordrhein-Westfalen)
3. Platz: FingerHaus GmbH (Frankenberg/Eder, Hessen)
Sonderkategorie: „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“
1. Platz: hTRIUS GmbH (Horb am Neckar, Baden-Württemberg)
2. Platz: LUXHAUS Vertrieb GmbH & Co. KG (Georgensgmünd, Bayern)
3. Plätze: ABS Safety GmbH (Kevelaer, Nordrhein-Westfalen), Mainka Bau GmbH & Co. KG (Lingen, Niedersachsen), Aithon Robotics (Dübendorf, Schweiz)
Sonderkategorie: „Kreislauffähiges Bauen“
1. Platz: Volkswohnung GmbH (Karlsruhe, Baden-Württemberg)
2. Platz: Nassauische Heimstätte Wohnstadt GmbH (Frankfurt am Main, Hessen)
3. Platz: Brüninghoff GmbH & Co. KG (Heiden, Nordrhein-Westfalen)
Sonderkategorie: „Bauen im Bestand“
1. Platz: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg)
2. Platz: Grassinger Emrich Architekten GmbH (München, Bayern)
3. Platz: Michael Welle Architektur GmbH (Offenburg, Baden-Württemberg)
Sonderkategorie: „KI & Automatisierung“
1. Platz: Wienerberger GmbH (Hannover, Niedersachsen)
2. Platz: Rimatem GmbH (Dischingen, Baden-Württemberg)
3. Platz: Digital Building Industries AG (Böblingen, Baden-Württemberg)
Sonderkategorie: „Einfaches Bauen“
1. Platz: Eike Becker Architekten (Berlin)
2. Platz: LRW Architektur und Stadtplanung PartG (Hamburg)
3. Platz: Stefan Forster GmbH (Frankfurt am Main, Hessen)
Weitere Informationen: www.deutscherbaupreis.de