Videokonferenzen sind in Zeiten der Corona-Krise gang und gäbe. Unternehmen, deren Mitarbeiter sich im Home-Office befinden, nutzen beispielsweise diese Art der Kommunikation, um mit ihnen in Verbindung zu treten. Auch der Schulunterricht findet mittlerweile per Video-Chat statt. Wie sieht es damit in Unterstützten Selbsthilfegruppen für Menschen mit Vergesslichkeit aus, fragten sich die Mitglieder des deutschsprachigen Netzwerks EmpowerMenz. Im Rahmen eines videogestützten Arbeitstreffens am 17. April 2020 gingen sie dieser Frage nach. Gemeinsam erarbeiteten sie – unter Berücksichtigung ihrer bisherigen Erfah- rungen aus der Praxis – ein Konzept wie Videotelefonie mit und für Menschen, die mit Vergesslichkeit und anderen kognitiven Einschränkungen leben, gelingen kann.

Die wesentlichen Handlungsempfehlungen stammen dabei von Angela Pototschnigg und Johanna Püringer aus der Selbsthilfegruppe “Über den Berg kommen“. Angela Potot- schnigg lebt mit kognitiven Einschränkungen in Wien und engagiert sich als Peer-to-Peer- Beraterin in der Selbsthilfegruppe. Johanna Püringer unterstützt Angela Pototschnigg bei ihren Aktivitäten und ist ehrenamtlich bei Alzheimer Austria tätig. Beide Frauen sind Mit- glieder des deutschsprachigen Netzwerks EmpowerMenz. Ihre zusammengetragenen Erkenntnisse aus der Praxis sowie die Erfahrungen aus weiteren im Netzwerk EmpowerMenz vertretenen Selbsthilfegruppen bilden das Fundament des ausgearbeiteten Konzepts.

Nach Angaben von Püringer und Pototschnigg ist es wichtig, kognitiv beeinträchtigten Menschen im Vorfeld einer Videotelefonie gute und klare Informationen darüber zu geben, wie das Medium funktioniert sowie über mögliche Gefahren aufzuklären. Datenschutz und Schutz der Privatsphäre spielen dabei eine wichtige Rolle. Ebenso sollten Kommunikationsregeln zwischen den Teilnehmern vereinbart werden. Eine grundlegende Voraussetzung eines jeden Video-Meetings ist, dass Menschen mit Vergesslichkeit und kognitiven Einschränkungen an die Sicherheitsmaßnahmen und Regeln immer wieder erinnert werden. Alle Einzelheiten zu den Sicherheitsmaßnahmen und weitere Tipps für Video-Konferenzen sind schriftlich festgehalten und im beigefügten Paper „Videotelefonie und unterstützte Selbsthilfegruppen“ via Link abrufbar.

„Wir würden uns freuen, wenn weitere Selbsthilfegruppen, die aktuell oder seit längerem Erfahrungen mit Video- und auch mit klassischen Telefonkonferenzen machen, uns diese mitteilen würden. EmpowerMenz wird weiterhin Gruppen durch Informationen zu diesem Thema unterstützen.“

Peter Wißmann, einer der Koordinatoren von EmpowerMenz

Mehr über das Thema und zum Netzwerk EmpowerMenz, sind im aktuellsten You-Tube-Beitrag auf KuKuK-TV:

Aktuell organisiert EmpowerMenz für seine Mitglieder alle drei Monate Austauschtreffen per Videotelefonie. Interessierte Selbsthilfegruppen oder auch Einzelpersonen können ebenfalls daran teilnehmen.

Am 15./16. Oktober 2020 soll in Stuttgart voraussichtlich die zweite Arbeitskonferenz des Netzwerkes stattfinden.

Fragen zum Handlungskonzept und zu EmpowerMenz sowie zur Anmeldung an den Austauschtreffen richten sich an die Netzwerk-Koodinatoren:

Christina Pletzer (Innsbruck) c.pletzer.caritas@dibk.at Telefon: +43 676 8730 6301

Peter Wißmann (Stuttgart) p.wissmann@demenz-support.de Telefon: +49 711 99787 10

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