Nach aktuellen Untersuchungen sind derzeit allein in Deutschland  rund 1,7 Millionen unserer Mitmenschen von einer demenziellen Veränderung betroffen. Im Jahre 2050 sollen es nach seriösen Schätzungen 3 Millionen sein. Demenz in seinen verschiedenen Formen und Ausprägungen ist von daher keine Randerscheinung, kein Schicksalsschlag für einige wenige, die eben Pech im Lauf des Lebens haben. Demenz ist vielmehr ein Stück weit Normalität in einer Gesellschaft des langen Lebens. Wir begegnen Demenz in unseren engen Lebenskreisen, in der Familie, bei Freunden und in der Nachbarschaft. Wir lernen auch als Gesellschaft mit Demenz zu leben und üben uns individuell, mit der uns gegebenen Angst umzugehen, vielleicht einmal selbst von Demenz betroffen zu sein.  

Es ist von daher wichtig zu verhindern, dass Menschen, die von Demenz betroffen sind, ausgegrenzt werden und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wir müssen vielmehr unser Leben, unsere soziale Umwelt und die Gesellschaft demenzsensibel um- und ausgestalten. Wir werden dabei auch erkennen, was uns die Begegnungen mit Menschen mit demenziellen Veränderungen schenken können: Wir lernen dabei viel über uns selbst.

Bei einer solchen persönlichen Entdeckungsreise und dem notwendigen gesellschaftlichen Transformationsprozess helfen Filme wie “Romys Salon” ungemein.

Denn Romys Salon nähert sich dem Thema Demenz sensibel und achtsam, mit grossartigen Bildern, gleichsam klugen und nachdenklichen Dialogen und beeindruckenden Schauspielern. 


Romys Salon braucht nicht wie andere Filme zum Thema Demenz keine Rührseligkeit,  grelle Szenen oder gar Slapstik-Einlagen. Romys Salon lebt vielmehr von der Geschichte einer intensiven Annäherung zweier Menschen, von Enkeltochter und Grossmutter. Aus der “biologischen Beziehung” – durchaus mit einer Portion emotionaler Distanz – entwickelt sich – ja, man muss es so ausdrücken – durch die Demenz der Grossmutter und die gemeinsam entwickelten Strategien, diese Herausforderung gemeinsam zu bewältigen und zu gestalten, eine grenzenlose, nie enden könnenden Liebe. Ein grossartiger, wichtiger Film in unserer Zeit! 

1 Kommentar
  1. Die Deutschland-Premiere am 30. Januar 2020 in Hamburg in den Zeise Kinos war ein voller Erfolg. Im Anschluss an die Filmvorführung gab es noch ein Filmgespräch mit den Filmschaffenden sowie Demenz-Expertinnen.

    Ein weiteres Highlight war eine Exklusiv-Filmvorführung von Romys Salon am 10. Februar 2020 im Monopol Kino in München. Auf Einladung vom KWA Kuratorium Wohnen im Alter und vom CareTRIALOG konnten rund 70 Personen diesem Ereignis beiwohnen. Zum Abschluss dieses gelungenen Abends gab es noch ein Filmgespräch mit Dr. Christine Schwender vom Bayerischen Staatsministerium und der Filmemacherin Alina Teodorescu.

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