Die demographische Entwicklung ist weiterhin ein Thema, das die Politik und die Privatwirtschaft bewegt. Spanien, das Land mit einer der rasantesten Altersentwicklung innerhalb Europas, muss sich nicht nur um die eigene Bevölkerung bemühen, sondern auch um den Zuwachs der Rentner aus Nordeuropa, was das Land vor große Herausforderung stellt.

Der Pflegemarkt, welcher sich in den letzten Jahren gefestigt hat und sich weiterhin im Aufwind befindet, stand und steht gerade nach der Coronakrise unter einem enormen Druck. Bis zum Stichtag 11.06.2020 starben 19.481 Personen in Langzeitpflegeeinrichtungen an den Folgen von Covid19 (Quelle: Gesundheitsministerium Spanien), dabei traf es sowohl Einrichtungen der Privatwirtschaft als auch öffentliche Einrichtungen.

Wie ist der Pflegemarkt zurzeit in Spanien?

Aktuell verfügt Spanien über ca. 360.000 Heimplätze, der überwiegende Anteil sind Betreiber der Privatwirtschaft. Eine Wahlmöglichkeit in Bezug auf Hilfesachleistung bestehen im allgemeinen nicht, vereinzelte Autonomien (ähnlich den Bundesländern), vergeben sog. Servicechecks, diese kann der Pflegebedürftige nutzen, um eine ambulante Sachleistung selbst einzukaufen. Prinzipiell steht die öffentliche Hand an erster Stelle, den Service selbst anzubieten. Ist diese jedoch nicht in der Lage, da sie nicht die entsprechende Infrastruktur vorhalten kann, werden Versorgungsaufträge mit der Privatwirtschaft oder dem dritten Sektor abgeschlossen. Da die Kompetenz in Sachen „Soziales und Gesundheit“ den Autonomien unterliegt, bedeutet dies, das es 17 verschiedene Regelungen auf Autonomieebene gibt, und innerhalb dieser kann es ebenfalls zu Unterschieden kommen, da die Kommunen ebenfalls eigene Kompetenzen im Sozialbereich definieren können bzw. definiert haben. Auch die Preisgestaltung ist von Autonomie zu Autonomie unterschiedlich. Im Preis sind die Pflege sowie die Verpflegung und Unterbringung bereits enthalten. Diese Preise werden an den Vertragspartner bezahlt, welcher mit der öffentlichen Hand einen Versorgungsauftrag abgeschlossen hat, den Zuschlag erhält man per öffentlicher Ausschreibung und die Vertragsdauer darf 5 Jahre nicht übersteigen. 

Ungeachtet der Coronakrise ist Spaniens Seniorenmarkt nach wie vor attraktiv für Investoren, so sind laut dem aktuellen Bericht aus Mai 2020 von Alimarket aktuell 333 Neuprojekte in Planung, nicht einbezogen ist der Bestand von Einrichtungen die Altersbedingt renoviert werden müssen, das entspricht einem Wachstum an Neuprojekten von 44% gegenüber 2018. Der Branchenumsatz laut einer Studie der DBK, erreichte 2018 4,5 Milliarden €uro Umsatz, 23% davon fielen allein auf die fünf führenden Branchenführer. 

Aufgrund der demographischen Entwicklung und einer zunehmenden heterogenen Bevölkerung, sind homogene Lösungen nicht mehr attraktiv und gewollt. Selbstbestimmtes Leben und Wohnen – Empowering – ist die Zukunft einer modernen, digitalen und selbstbewussten Gesellschaft, ungeachtet dessen Herkunft. Auch hier, wie in Deutschland ist das Credo, quartiersnah, Domotik mit Digitalanbindung, barrierefrei und schick, nicht zu vergessen mit entsprechenden Versorgungs- und Serviceangeboten, wo die Lebensqualität über der Pflegequalität steht, diese jedoch nicht außer Acht lässt. Aktives und gesunden Altern ist das Credo der neuen Profilgruppen (Silvereconomy), das macht auch Spanien ohne Zweifel für Investoren interessant. Es empfiehlt sich, nicht auf einen spanischen Partner zu verzichten, der sich mit den hiesigen Gegebenheiten auskennt.

Der Ruf nach neunen Modellen ist groß, während die Einen wieder zurück in altgewohnte Verhältnisse wollen, treten Andere dafür ein, neue zukunftsorientierte Wohnformen zu entwickeln, die auch der demografischen Entwicklung und der heterogenen Gesellschaft gerecht werden. Keiner möchte in einem hotel- oder krankenhausähnlichem Komplex wohnen, und schon gar nicht mehr am Stadtrand oder außerhalb. Die Babyboomer, die ja nicht nur in andren Ländern zurzeit vor der Tür stehen und den demographischen Alltag rumwirbeln, erfordern und fordern neue Ansätze hin zum selbstbestimmten Wohnen.

Die BC Biel Consulting sieht insgesamt gute Chancen für Betreiber und Investoren, sich auf dem spanischen Senioren- und Pflegemarkt zu begeben, sei es über die Möglichkeit eine bestehende gut etablierte Betreibergesellschaft aufzukaufen, oder eine Beteiligung anzustreben, oder aber in eine Neuausrichtung „Zukunft Gutes Wohnen“ zu investieren. Der Markt befindet sich gerade wieder im Umbruch, und eine Neustrukturierung wird gefordert, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Als fachkompetenter Dienstleistungspartner, seit mehr als 18 Jahren auf dem spanischen Pflegemarkt tätig, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. 

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