Demenz wird häufig mit hohem Alter verbunden. Doch auch Menschen mitten im Berufs- und Familienleben können an einer Demenz erkranken. Anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September 2026 macht die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg darauf aufmerksam, dass Demenz keine Frage des Alters ist und junge Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen vor besonderen Herausforderungen stehen. In ganz Baden-Württemberg finden rund um diesen Tag zahlreiche Veranstaltungen, Fachtage, Kampagnen und Aktionen statt.

Demenz hat keine Altersgrenze
„Hat deine Oma auch Demenz?“ „Nein, aber mein Papa…“ Ein solcher Dialog unter Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erscheint ungewöhnlich. Gleichzeitig ist er für viele Familien Lebensrealität. Richtig ist: Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter. Falsch ist: Demenz ist eine Frage des Alters. Denn auch wenn sich diese Annahme hartnäckig hält: Demenz betrifft uns alle, denn sie kann alle treffen.
Wer vor dem 65. Lebensjahr die Diagnose Demenz erhält, gilt als „jung erkrankt“. In Deutschland leben aktuell über 100.000 Menschen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren mit einer Demenz. Dabei ist die Tendenz weltweit steigend und macht die Erkrankung zu einer wachsenden Herausforderung. Deutschlandweit sind insgesamt etwa 1,8 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt.
Jung Erkrankte und ihre Familien brauchen mehr
Eine Demenzdiagnose erschüttert das Leben – egal in welchem Alter sie auftritt. Doch Menschen, die in jungen Lebensjahren erkranken, und ihre Familien stehen oft vor anderen oder zusätzlichen Herausforderungen als Menschen mit Demenz im höheren Lebensalter. Beispielsweise sind sie häufig noch berufstätig sowie in finanzieller und fürsorglicher Verantwortung für ihre Familie. Viele Pläne, Ideen, Träume können noch offen sein – für die Menschen mit Demenz selbst, aber auch für ihre Familien.
„Als landesweiter Selbsthilfeverband unterstützen wir junge Menschen mit Demenz, mit besonderem Augenmerk auch auf die pflegenden An- und Zugehörigen.Wir tragen aktiv dazu bei sie zu stärken und setzen uns auf gesellschaftlicher und politischer Ebene für sie ein. Vor allem für die sogenannten Young Carers – das sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die regelmäßig erkrankte Familienmitglieder pflegen – braucht es dringend mehr Informations- und Hilfsangebote.“
Ute Hauser, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg
Grußwort von Minister Oliver Hildenbrand zum Welt-Alzheimertag 2026
[…] Demenz ist längst mehr als ein Gesundheitsthema. Sie ist Teil unserer Gesellschaft und betrifft alle Bereiche unseres Zusammenlebens. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und es liegt an uns allen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen auch im Alter möglichst selbstbestimmt leben und teilhaben können. Eine demenzfreundliche Gesellschaft zeigt sich darin, dass sie Menschen mit kognitiven Veränderungen nicht isoliert, sondern ihnen mit Geduld, Respekt und Empathie begegnet. Deshalb gilt mein herzlicher Dank allen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für Menschen mit Demenz einsetzen und damit zu deren Selbstbestimmung und Teilhabe beitragen. […]Die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz
Wir machen (uns) stark für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und tragen mit Information, Beratung und Sensibilisierung dazu bei, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag zu bewältigen. Websites www.alzheimer-bw.de und www.kompassdemenz-bw.de | Beratungstelefon 0711 24 84 96-63 | E-Mailanfragen beratung@alzheimer-bw.de
DEMENZ – Aktuelle Daten und Fakten
Mindestens zwei Drittel aller Menschen mit Demenz werden zuhause begleitet und gepflegt.
Etwa 8,5% aller über 65-Jährigen haben eine Demenzerkrankung. In Baden-Württemberg leben rund 220.000 Menschen mit Demenz, in Deutschland 1,84 Millionen, die meisten von ihnen mit einer Alzheimer Demenz.
In Deutschland leben mehr als 100.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenzdiagnose.