Die Klinikkonzerne Asklepios und RHÖN bündeln ihre Kräfte für eine starke gemeinsame Zukunft: Dazu haben Asklepios und RHÖN-Gründer Eugen Münch, gemeinsam mit Ingeborg Münch und der HCM SE, eine Beteiligungsgesellschaft der Eheleute Münch (zusammen „Münch“), heute eine umfassende Vereinbarung zur Neuordnung der Aktionärsstruktur der RHÖN-KLINIKUM AG („RHÖN“) getroffen.  Die von Münch und Asklepios gehaltenen Aktien an RHÖN werden in einer gemeinsam neu gegründeten Joint-Venture-Gesellschaft gebündelt. Münch bringt rund 7,6% der RHÖN-Aktien unmittelbar in das gemeinsame Joint-Venture ein und verkauft rund 12,4% der RHÖN-Aktien an Asklepios, die diese Aktien zusammen mit den bereits gehaltenen RHÖN-Aktien in das Joint Venture einbringt. Mit Unterzeichnung des Kaufvertrages für die RHÖN-Aktien kündigt Asklepios zudem ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG (ISIN: DE0007042301) an. Asklepios beabsichtigt dabei eine Gegenleistung in Bar in Höhe von 18,00 Euro je RHÖN-Aktie anzubieten. Die im Rahmen dieses Übernahmeangebots von Asklepios erworbenen RHÖN-Aktien sollen ebenfalls in das Joint Venture eingebracht werden. Das Joint Venture wird nach Abschluss der Transaktion mindestens rund 49% der RHÖN-Aktien halten. 


Foto: Kai Hankeln, CEO von Asklepios (l.), Eugen Münch, Unternehmensgründer von Rhön Klinikum

„Wir bündeln unsere Kräfte mit dem gemeinsamen Ziel, unsere Vision für die Gesundheitsversorgung in Deutschland unter dem Dach der Gruppe Asklepios/ RHÖN zu verwirklichen“, sagt Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von RHÖN.

„Das Unternehmen steht wie die gesamte Branche vor großen regulatorischen und demografischen Herausforderungen. Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen, um die Pattsituation im Eigentümerkreis von RHÖN aufzulösen und dem Unternehmen damit einen wichtigen, neuen Impuls zu geben. Die Zusammenarbeit mit Asklepios eröffnet uns neue Möglichkeiten, die Ertragskraft und Leistungsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig zu stabilisieren. Gemeinsam können wir unsere Vision für RHÖN verwirklichen und einen noch größeren Beitrag für medizinischen Fortschritt und exzellente Gesundheitsversorgung in Deutschland leisten.“

Dr. Bernard große Broermann, Gründer und Alleingesellschafter von Asklepios, sagt: „Die heutige Vereinbarung ist ein Meilenstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Hier rücken zwei visionäre Vorreiter im Gesundheitswesen zusammen, die beide in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag zur Öffnung und Modernisierung der deutschen Krankenhauslandschaft geleistet haben. Wir freuen uns, gemeinsam unter einem Dach die Spitzenmedizin sowie neue Versorgungsmodelle in Deutschland voranzutreiben.“

Das Übernahmeangebot wird keiner Mindestannahmeschwelle und lediglich der kartellrechtlichen Zusammenschlussgenehmigung unterliegen. Der Vollzug der Transaktion wird vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung für das 2. Quartal 2020 erwartet. Auch nach Vollzug der Transaktion soll RHÖN ein eigenständiges Unternehmen bleiben.

Sowohl RHÖN als auch Asklepios sind private Klinikkonzerne, die deutschlandweit Gesundheitseinrichtungen betreiben. Asklepios gehört seit 2012 zu den Hauptaktionären von RHÖN. Als führender Betreiber von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland hat Asklepios in den vergangenen Jahrzehnten eindrücklich bewiesen, dass das Unternehmen große regionale Strukturen zusammenführen und auch in einem Umfeld erheblicher regulatorischer Herausforderungen effizient und erfolgreich betreiben kann. Von diesem Know-how wird RHÖN profitieren können. RHÖN wiederum hat mit dem Campus-Konzept ein zukunftsweisendes Modellprojekt für integrierte und digital vernetzte Gesundheitsangebote etabliert. Unter einem Dach kann das komplementäre Know-how gebündelt und der wirtschaftliche Nutzen der Digitalisierung mit Nachdruck vorangetrieben werden. Dies eröffnet Raum für echte Netzwerkmedizin. Auch zukunftsweisende Konzepte zur Gesundheitsversorgung wie beispielsweise der ganzheitlichen Prävention oder Capitation-Modelle können gemeinschaftlich weiterentwickelt werden. Zudem bringt RHÖN mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg eine der in Forschung und Lehre bedeutenden Kliniken Deutschlands in den Asklepios-Verbund ein.

„Mit der heutigen Vereinbarung baut Asklepios seine starke Position im deutschen Krankenhausmarkt weiter aus. Der Schulterschluss mit Familie Münch fügt sich in unsere langfristige Vision, ein ganzheitliches Gesundheitsangebot abzudecken. Insbesondere eine Zusammenarbeit mit einer der bedeutenden Uni-Kliniken und der damit verbundene Zugang zu aktuellster medizinischer Forschung, aber auch die von Eugen Münch etablierten Campus Modelle eröffnen eine neue Dimension“, sagt Kai Hankeln, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung von Asklepios.

„Zugleich erhalten wir neue Handlungsoptionen, um die Weiterentwicklung von RHÖN positiv mitzugestalten. Wir sind überzeugt, das Potential von RHÖN im Sinne der Patienten und der Mitarbeiter noch weiter ausbauen zu können. Wir freuen uns besonders, dass Eugen Münch auch in Zukunft eine zentrale Funktion bei RHÖN ausüben und die Weiterentwicklung der strategischen Vision für RHÖN mit vorantreiben wird.“

Zur heutigen Entscheidung ergänzt Hafid Rifi, Chief Financial Officer von Asklepios: „Die Übernahme der RHÖN-Anteile und das gemeinsame Joint-Venture mit Eugen Münch stärkt die Wettbewerbsposition der Gruppe Asklepios/ RHÖN dauerhaft. Dieser Schritt ist solide finanziert. Gemeinsam sind wir stabil aufgestellt, um die steigenden regulatorischen Anforderungen umsetzen und gleichzeitig die notwendigen Investitionen in medizinischen Fortschritt leisten zu können.“

Die Einzelheiten und Bedingungen des Übernahmeangebots werden in der Angebotsunterlage veröffentlicht. Die Veröffentlichung der Angebotsunterlage unterliegt der Gestattung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Nach Gestattung der Veröffentlichung durch die BaFin wird die Angebotsunterlage entsprechend der Regelungen des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) veröffentlicht und die Annahmefrist für das Übernahmeangebot beginnt. Die Angebotsunterlage sowie weitere Informationen zu dem Übernahmeangebot werden auf der folgenden Internetseite veröffentlicht werden: www.zukunft-fuer-spitzenmedizin.de 

Foto: Asklepios

2 comments
  1. Grundlage für strategische Partnerschaft: Asklepios schließt RHÖN-KLINIKUM AG Übernahme erfolgreich ab
    Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA hat im Zuge einer angestrebten strategischen Partnerschaft das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot an die Aktionäre der RHÖN-KLINIKUM AG erfolgreich abgeschlossen. Bis zum Ende der weiteren Annahmefrist am 6. Juli 2020 wurde das Übernahmeangebot von Asklepios zu einem Angebotspreis von 18,00 Euro in bar je RHÖN-Aktie für insgesamt 28.464.866 Aktien angenommen. Insgesamt kommt Asklepios damit auf einen Stimmrechtsanteil von rund 84,98%. Diese Anteile wird das Unternehmen wie im Februar angekündigt in die gemeinsam neu gegründete Joint-Venture-Gesellschaft mit RHÖN-Gründer Eugen Münch einbringen. Münch selbst hat über die von ihm kontrollierte HCM SE weitere rund 7,6% der RHÖN-Aktien in das gemeinsame Joint-Venture eingebracht, das nach Abschluss der Transaktion 92,58% der Stimmrechtsanteile hält. Bereits Ende Mai hatte das Bundeskartellamt ohne Auflagen und Bedingungen die Freigabe für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot sowie die geplante Bündelung der Anteile erteilt. Die RHÖN-KLINIKUM AG wird auch nach dem Abschluss der Transaktion eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Asklepios Gruppe bleiben.
    „Mit dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion können wir jetzt damit beginnen, gemeinsam unsere Vision für die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verwirklichen. RHÖN und Asklepios werden sich gegenseitig strategisch ergänzen, voneinander lernen und sich so optimal für langfristigen, nachhaltigen Erfolg aufstellen – zum Wohle der Patienten und zum Wohl aller Mitarbeiter“, sagt Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns. „Aus der gemeinsamen Position der Stärke heraus werden wir jetzt als Partner neue Wege für die Spitzenmedizin in Deutschlang gehen. Mit dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg als medizinischem Leuchtturm kann RHÖN dabei eine Schlüsselrolle einnehmen.“

    Hafid Rifi, Chief Financial Officer von Asklepios, sagt: „Unter einem gemeinsamen Dach werden wir die Größenvorteile der Gruppe für jedes einzelne Haus bestmöglich einsetzen. Für uns steht im ersten Schritt dabei nun die Bestandsaufnahme im Vordergrund, in der wir gemeinsam prüfen wollen, ob und inwieweit konkrete Synergiepotenziale realisiert werden können. Einsparungen aus diesen Größenvorteilen sollen im Unternehmen verbleiben, um diese für neue Arbeitsplätze und Investitionen in eine moderne Patientenversorgung zu verwenden. Darüber hinaus wollen wir RHÖN dabei unterstützen, unter anderem für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg zusätzliche (Intensiv-) Pflegekräfte einzustellen, um die Versorgung der Patienten weiter zu verbessern und die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter zu senken. Dabei werden selbstverständlich alle aktuellen Tarifverträge bei RHÖN bestehen bleiben.“

    Asklepios will gemeinsam mit RHÖN insbesondere die Digitalisierung ihrer Häuser und der gesamten Krankenhauslandschaft entschlossen vorantreiben und so ihre Position als Vorreiter im digitalen Gesundheitswesen weiter ausbauen. Gerade bei Themen wie der elektronischen Patientenakte, dem Entlassmanagement oder der digitalen Ausweitung psychologischer Therapieangebote, ergeben sich durch ein koordiniertes Vorgehen der beiden Klinikkonzerne zahlreiche Optimierungspotenziale. RHÖN verfolgt hier spannende Initiativen, beispielsweise mit Medgate im Bereich der Telemedizin oder mit Tiplu bei der KI-basierten Erlössicherung, die wir im Verbund gemeinsam stärken können.

    Durch neue, digitale Ansätze wird die Ausweitung von ambulanten Behandlungsangeboten gestärkt, wodurch Sektorengrenzen patientenfreundlich überwunden werden können. Im Verbund lässt sich so nicht nur die Versorgung der Patienten weiter verbessern, sondern auch, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter senken. Mit Nachdruck entwickelt werden sollen darüber hinaus zukunftsweisende Konzepte zur Gesundheitsversorgung wie etwa Capitation-Modelle, mit denen sich die Planungssicherheit für Kliniken, Klinikpersonal und Krankenkassen gleichermaßen erhöhen lassen.

  2. Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA hat am 26. Mai 2020 die Freigabe des Bundeskartellamts für die Bündelung der gemeinsamen Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG (RKA) mit RHÖN-Gründer Eugen Münch in einer Joint-Venture-Gesellschaft sowie das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der RKA erhalten. Die Freigabe wurde bereits in der ersten Prüfungsphase ohne Auflagen und Bedingungen erteilt.
    „Dass die Freigabe durch das Bundeskartellamt trotz der Ausnahmesituation aufgrund der Corona-Pandemie bereits zu einem so frühen Zeitpunkt vorliegt, ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Partnerschaft mit RHÖN-Gründer Eugen Münch und die Zukunft von RHÖN“, sagt Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns. „Wir können nun unverzüglich nach Abschluss des freiwilligen Übernahmeangebots damit beginnen, unsere Vision für die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verwirklichen. Davon werden die Kliniken unter dem Dach der Gruppe Asklepios/RHÖN, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und insbesondere die Patienten profitieren.“

    Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von RHÖN, ergänzt: „RHÖN steht im aktuellen Umfeld wie die gesamte Branche vor großen Herausforderungen. Die Zusammenarbeit mit Asklepios löst die Pattsituation im Eigentümerkreis des Unternehmens und gibt wichtige, neue Impulse. Gemeinsam mit Asklepios können wir die Ertragskraft und Leistungsfähigkeit von RHÖN in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig stabilisieren. Die nun erfolgte Freigabe durch das Bundeskartellamt ist ein starkes Signal. Die Gruppe Asklepios/ RHÖN festigt die Zukunft des Unternehmens.“

    Asklepios und Eugen Münch hatten Ende Februar angekündigt, ihre Aktien an der RKA in einer Joint-Venture-Gesellschaft zu bündeln. Münch bringt rund 7,6% der RHÖN-Aktien über die von ihm kontrollierte HCM SE in das gemeinsame Joint-Venture ein und verkauft mit seiner Ehefrau rund 12,4% der RHÖN-Aktien an Asklepios, die diese Aktien ebenso in das Joint Venture einbringen wird. Asklepios hat die Angebotsunterlage für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot an alle Aktionäre der RKA am 8. April 2020 veröffentlicht. Mit der Freigabe des Zusammenschlusses durch das Bundeskartellamt ist die aufschiebende Bedingung für das Joint Venture und den Vollzug des Angebots, das keiner Mindestannahmeschwelle unterliegt, eingetreten.

    Bereits vor Beginn der Angebotsphase hatte sich das Asklepios-Münch Joint Venture – aufschiebend bedingt auf die Freigabe des Bundeskartellamts – eine Stimmrechtsmehrheit an RHÖN von knapp über 50% gesichert. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft durch die Entscheidung des RHÖN-Vorstandes, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, voraussichtlich noch bis zum 17. Juni 2020.

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