Die Leusbrock Pflege GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen im Pflegebereich, das seit 1993 Menschen in der ländlichen Umgebung des Münsterlandes versorgt. Zurzeit beschäftigt die Leusbrock Pflege GmbH 160 Mitarbeiter. Das Unternehmen besteht aus einem ambulanten Pflegedienst, einer Tagespflege, einem betreuten Wohnen und vier Beratungsbüros.

2018 wurde das Wohngemeinschaftshaus in der münsterländischen Gemeinde Wettringen eröffnet. Das Wohngemeinschaftshaus richtet sich an demenziell erkrankte Menschen. Im Gebäude befinden sich im Erdgeschoss und im Obergeschoss jeweils zwei unabhängige Wohngemeinschaften mit großzügigen Gemeinschaftsräumen und einer integrierten Wohnküche. Um den öffentlichen Bereich befinden sich die privaten Wohnbereiche.

Verena Henrichmann, Diplom-Pädagogin und Betriebswirtin für soziale Berufe, ist Geschäftsführerin bei der Leusbrock Pflege GmbH und seit 2004 im Unternehmen tätig.

Welches spezielle Lichtkonzept kommt im Wohngemeinschaftshaus wo zum Einsatz? Und wie wirkt sich die Lichtlösung auf die Bewohner/Patienten aus?

Verena Henrichmann: Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes für das Wohngemeinschaftshaus stellt die Milieutherapie dar. Das Ziel milieutherapeutischer Maßnahmen besteht darin, eine den Bedürfnissen angepasste Umwelt zu schaffen, um die kognitiven, psychischen, sensorischen und emotionalen Einschränkungen auszugleichen. Bei einer in diesem Sinne gestalteten Umgebung steht insbesondere eine „prothetische Funktion“ im Vordergrund, das heißt sie soll die demenziell erkrankten Menschen vor einer Überforderung durch Umweltbedingungen schützen. Eine demenzgerechte räumliche Umgebung muss daher entsprechend der Zielsetzung der Milieutherapie vor allem die Funktionen „Schutz“ und „Aktivierung“ erfüllen. Ein Baustein der räumlichen Gestaltung stellt die Beleuchtung dar.

Erstmals in Nordrhein-Westfalen wurde durch die NRW-Bank das Lichtkonzept gefördert. Das Wohngemeinschaftshaus wurde dazu mit dem Lichtsystem „Visual Timing Light (VTL)“ der Firma Waldmann ausgestattet.

Das VTL wurde speziell für Menschen mit Demenz entwickelt. Das Kunstlicht simuliert den Tagesverlauf durch eine Kombination aus direkten und indirekten Lichtquellen.

Da sich die meisten Bewohner der Wohngemeinschaft den größten Teil des Tages in den gemeinschaftlichen Räumen aufhalten, wird die Beleuchtung der Firma Waldmannn von uns dort eingesetzt. Die nicht-blendende und schattenarme Beleuchtung soll bei den Bewohnern Halluzinationen und Verkennungen vorbeugen und das langsame Dimmen der Beleuchtung in den Abendstunden kann den Schlaf-Wach-Rhythmus günstig beeinflussen. 

Warum haben Sie sich für die Firma Waldmann entschieden?

Verena Henrichmann: Wir haben uns für Waldmann entschieden, da sie unsere Erwartungen als einzige Firma an ein stimmiges Lichtkonzept erfüllen konnte. Ebenfalls sagte uns das Design der Leuchten sehr zu. 

Kann man bei den Angehörigen positive Veränderungen erkennen? Gibt es Feedback bzw. wie wird das Beleuchtungssystem empfunden?

Verena Henrichmann: Die Angehörigen der Bewohner der Wohngemeinschaften haben sich alle sehr beeindruckt über das gewählte Lichtkonzept geäußert und hatten zumeist das erste Mal Kontakt mit einer derartigen Beleuchtung.

Inwieweit hat das Lichtkonzept positive Effekte auf das Pflegepersonal? Wie machen sich diese bemerkbar? Gibt es konkrete Rückmeldungen?

Verena Henrichmann: Die Effekte auf das Personal sind natürlich schwierig zu erkennen, jedoch spielt neben dem Wohlbefinden der demenziell erkrankten Personen auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter eine wichtige Rolle, da sich ein schlechtes Arbeitsklima auch nachteilig auf das Lebensmilieu der Bewohner auswirken kann.

Gerade in den Abendstunden empfinden unsere Mitarbeiter das Licht als sehr entspannend. Und sie äußerten, dass insbesondere im Hinblick auf die dunklere Winterzeit, die Beleuchtung gerade in den Morgenstunden als belebend empfunden wird.

Besten Dank für die Beantwortung unserer Fragen.


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