In der Seniorenresidenz Lutherhof tut sich etwas. „Warum gibt es plötzlich graues Papier?“ oder „Wieso habe ich jetzt eine Trinkflasche zum Auffüllen?“. Solche Fragen stellten sich Mitarbeitende und Bewohner:innen in den letzten Monaten. Die Antworten darauf sind einfach, alltagsnah und wirkungsvoll: kleine Umweltmaßnahmen, die Nachhaltigkeit konkret erlebbar machen.
Ob die Umstellung auf Recyclingpapier oder die Nutzung von Trinkwasserspendern statt Einwegflaschen – diese Veränderungen sind nah am Alltag und zeigen, dass nachhaltiges Handeln auch in der Pflege möglich ist. Und genau darum ging es im gemeinsamen Projekt „Pflege mit Zukunft: Machbares machen im Lutherhof“.
Den eigenen Klimafußabdruck kennen – und handeln
Ein zentraler Baustein des Projekts war die Berechnung des Klimafußabdrucks der Seniorenresidenz. Nicht nur, um Emissionen sichtbar zu machen, sondern vor allem, um konkrete und realistische Maßnahmen abzuleiten. Ebenso wichtig: die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Nachhaltigkeit und die globale Herausforderung des Klimawandels. Dafür wurde die gesamte Belegschaft zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
Gemeinsam mit der Seniorenresidenz Lutherhof wurde in einem kompakten Programm die Dringlichkeit des Handelns und der gemeinsame Weg vorgestellt:
- Dr. Thomas Henningsen, Biologe und Umweltexperte, zeigte eindrucksvoll die Schönheit unseres Planeten und die großen Krisen unserer Zeit auf: von Ozeanverschmutzung über die Abholzung des Amazonas bis hin zur Erderwärmung.
- Alina Dicke, ORCA-Beraterin, präsentierte die Ergebnisse der CO₂-Fußabdruck-Berechnung des Lutherhofs und zeigte klimafreundlichere Lösungsansätze auf. Die größten Stellschrauben: Energie (Strom und Heizung) mit rund 43 % sowie eingekaufte Waren mit etwa 23 % des CO₂-Fußabdrucks (insbesondere die Verpflegung).



Konkrete Ergebnisse, die wirken
Und was wurde bereits erreicht?
- Umstellung auf Recyclingpapier (Handtücher & WC)
- 100 % Recyclingpapier im Büro
- Wasserspender statt Plastikflaschen (mit einer Einsparung von 24.000 Flaschen pro Jahr: das entspricht rund 6 Tonnen Plastik)
- Anschaffung eines Butterautomaten (Einsparung von 120.000 Verpackungseinheiten)
- Vogelnistkästen und Insektenhotel zur Förderung der Artenvielfalt
- Umstellung auf Ökostrom für die kommenden Jahre
- Nutzung von Ecosia als Suchmaschine, um aktiv Bäume zu pflanzen
Das Beste daran: Viele dieser Schritte sind weder kompliziert noch teuer. Denn sie sind einfach, effektiv und sofort umsetzbar.
„Nachhaltigkeit heißt für uns: Das machbare tun – jeden Tag ein Stück mehr.“
Silke Otto, Geschäftsführende Gesellschafterin Seniorenresidenz Lutherhof



Nachhaltigkeit als gemeinsamer Prozess
Natürlich bleibt noch viel zu tun: bessere Abfalltrennung, Elektromobilität oder eine nachhaltige Wärmeversorgung sind Themen, die langfristig angegangen werden. Dafür gibt es im Lutherhof eine Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit sowie eine digitale Pinnwand, auf der Mitarbeitende ihre Ideen einbringen können.
Fotos: Seniorenresidenz Lutherhof