01.11.2017
Kategorie: MM Marktentwicklung, MM Demografie, AI Trendscouting
Tanja Ehret

Nachlese zum World Café „Neu denken.Neu leben“

Am 25. Oktober machte das World Café erstmals Station in den Ausstellungsräumen der WIBU-Objekteinrichtung in Unterschleißheim. Es fanden sich 30 Mitstreiter aus der ambulanten wie stationären Pflege, der Architektur, der Industrie sowie der Finanzwirtschaft dort ein, um im Rahmen eines World Cafés aktuelle Themen rund um PflegeWohnwelten zu diskutieren.


Das World Café ist eine innovative Workshopmethode, die auf der Annahme basiert, dass es kollektives Wissen gibt. Menschen unterschiedlicher Professionen sollen miteinander in konstruktive Gespräche kommen, so dass neue Perspektiven und Denkweisen entstehen.

 

Teilnehmer konnten in spannenden Gruppendiskussionen die Möglichkeit nutzen, mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen ihre persönlichen Fragestellungen rund um vier Themen zu diskutieren:

 

Universal Design – Anstelle defizitorientierter Unterstützung für wenige, sind Lösungen, die von anderen als komfortabel und von allen als attraktiv empfunden werden, viel sinnvoller. Wie kann dieser Ansatz im Kontext Pflege und Wohnen verfolgt werden?

Als Experte hat Gregor Strutz von der inkl. Agentur GmbH aus Berlin, der Agentur für inklusive Gestaltung, dieses Themenfeld in den Workshops präsentiert und moderiert.

 

Prozessoptimierung – Raus aus dem Trott. Wie kann eine Pflegeorganisation optimiert werden? Der Schlüssel zum Erfolg ist eine qualifikationsgerechte und nettobasierte Personaleinsatzplanung und ein auf vernetzten Abläufen basierter, qualifikationsgerechter Personaleinsatz unter Einbeziehung auch höchstqualifizierter Pflegefachkräfte.


Moderiert wurden diese Aspekte von der Pflegeexpertin Barbara Pews von der contec Unternehmensberatung.

 

Projekte finanzieren - ohne den Einsatz eigener Mittel und Ressourcen sind Projekte nicht zu stemmen. Aber oft gibt es Möglichkeiten, Drittmittel einzuwerben. Die Erfahrungen der Teilnehmer mit denen des Moderators zusammenbringen.


Diese Aufgabe hat Wolfgang Betting, Fördermittelberater und Mitglied des Vorstands der Evang. Stadtmission Karlsruhe, übernommen.

 

Employer Branding – Attraktive Arbeitgeber und Gesundheit der Mitarbeiter: Welche Maßnahmen sind sinnvoll, wo müssen wir umdenken? Jeder weiß wie wichtig heute gesunde und fröhliche Mitarbeiter sind. Sie sind die Säulen eines Unternehmens. „Deutlich unter Wert präsentieren sich viele Arbeitgeber im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte“ so der Experte für Führung 4.0 und Arbeitgeber-Attraktivität Christoph Hauke, der sich dieses Themas annahm.

 

Im ersten Teil der Veranstaltung am Vormittag wurden die vier Themenstellungen in Form von Impulsvorträgen vorgestellt. Anschließend hatten die Workshop-Teilnehmer die Gelegenheit, in Gruppenarbeit – moderiert durch die Vortragenden – tiefer in die einzelnen Problemstellungen und Fragen einzutauchen und konstruktiv zu diskutieren. Jede Gruppe bekam die Möglichkeit, sich jedem Thema zu widmen. Nach Aufbereitung der Ergebnisse der verschiedenen Diskussionsrunden durch den jeweiligen Themengastgeber wurde zu jedem der vier Themen – Universal Design, Prozessoptimierung, Projektfinanzierung und Employer Branding – eine konkrete Aufgaben- und Fragestellung für die Gruppenphase am Nachmittag definiert. 

 

In dieser weiteren Gruppenarbeit, hier durften sich die Workshop-Mitwirkenden ihrem „Lieblingsthema“ anschließen, wurden die Ideen weiter ausgefeilt und konkretisiert und zum Abschluss allen Anwesenden vorgestellt.

 

 

Diese vier Projekte stellten sich dann dem Wettbewerb um das Kapital der Anwesenden – ganz wie im Zeichen der „Höhle der Löwen“. Jeder Teilnehmer erhielt €3.000 Monopoly-Geld, um dieses in eines oder mehrere der folgenden Projekte zu investieren.

 

 

  • Entwicklung eines Prozessmoduls für die Mitarbeiter-Motivation zum Start einer Ablaufoptimierung in der Einrichtung
    Wie kann eine Einrichtung sicherstellen, dass die Werte des Mitarbeiters auch zu den Werten, zu der Haltung, der Kultur einer Einrichtung passen? Dafür kann ein Prozess entwickelt und aufgesetzt werden, der genau dieses sicherstellen kann und soll.


  • Das lebendige Bewohnerzimmer:
    Ziel ist eine Konzeptentwickelung, um in bestehenden Einrichtungen, sogenannte „lebendige Bewohnerzimmer“ zu installieren. Diese Zimmer repräsentieren die neuesten Entwicklungen rund um Technik, Komfort und Wohnlichkeit – sie können jederzeit von Senioren getestet werden.
  • „Ja, ich will“:
    Hierbei handelt es sich nicht um einen Heiratsantrag, sondern um eine Markenbranding-Kampagne, um die richtigen Mitarbeiter für ein Unternehmen zu finden. Eine starke Marke hat Strahlkraft und wirkt attraktiv auf Bewerber. Um eine starke Marke zu werden, braucht es ein Konzept, welches zum großen Teil mit internen Ressourcen entwickelt werden kann – in punktueller Begleitung von Experten. Dann fällt am Ende eines Vorstellungsgespräches auch der Satz „ja, ich will“.
  • Die Pflegerakete:
    Ist ein bauliches Konzept für zukünftige Pflegeeinrichtungen. Es besteht vor allem aus Modulen, die flexibel und  bedarfs- und zielgruppengerecht einbaut bzw. zusammengefügt werden.

 

And the winner is: Die Pflegerakete. Dieses Projekt soll mit den Beteiligten weiterverfolgt und -entwickelt werden.

 

Das Fazit aus Sicht der Teilnehmer und des Gastgebers, der WIBU Objekteinrichtung, fiel rundherum positiv aus: „Das World Café ist eine gelungene, spannende Veranstaltungsform die es ermöglicht, interdisziplinär konkrete Anforderungen festzulegen sowie zu neuen Ideen und klaren, zukunftsträchtigen Perspektiven und Anregungen rund um das Thema PflegeWohnwelten zu gelangen.“

 

Fotos: WIBU, Sabine Wegmann-Hippe

 


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