CareTRIALOG: Studie: Bundesbürger üben heftige Kritik am deutschen Gesundheitssystem
12.02.2018
Kategorie: FT Digital World, PA Blickpunkt
Tanja Ehret

Studie: Bundesbürger üben heftige Kritik am deutschen Gesundheitssystem

GroKo-Parteien einigen sich auf elektronische Patientenakte 

Immer mehr Bundesbürger sind frustriert über lange Wartezeiten auf Termine bei Ärzten oder in Krankenhäusern. Auch in Bezug auf den Austausch von Informationen zwischen den Medizinern und den Zugriff auf die eigenen Patientendaten erhält das deutsche Gesundheitssystem gerade einmal die Note „Ausreichend“. Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des MedTech-Unternehmens vitabook unter 2.000 Bundesbürgern. 


Besser hingegen schneiden die Qualität der medizinischen Leistungen und die Betreuung durch das medizinische Personal ab. Hier vergeben die Befragten immerhin ein „Befriedigend“. „Der Frust der Patienten begründet sich also nicht in der Arbeit von Ärzten, Schwestern oder Pflegern, sondern beruht zu einem entscheidenden Teil auch auf organisatorischen Defiziten sowie veralteter IT- und Kommunikationstechnik“, sagt vitabook-CEO Markus Bönig. Umso wichtiger sei es, endlich die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, die genau diese Mankos beseitigen könne. „Hier ist eindeutig die Politik gefragt“, so Bönig. Das sehen auch die Patienten so: Mehr als 80 Prozent finden, dass sich die Politik zu wenig um das Gesundheitswesen kümmert.

 

„Es ist gut, dass die Politik endlich ernst macht und eine Patientenakte schaffen will. Allerdings darf es sich nicht auf ein Fach beschränken, auf das der Versicherte ausschließlich gemeinsam mit einem Arzt zugreifen kann. Vielmehr brauchen die Bürger eine eigene Gesundheitsakte in ihrer alleinigen Hoheit. In dieser müssen sämtliche Daten und Informationen auch vom Patienten gespeichert werden können“, erklärt Bönig. Zugleich sollten die Krankenkassen verpflichtet werden, die bereits vorhandenen Gesundheitsakten in der Hoheit ihrer Versicherten auch zu finanzieren. 

 

Durch eine echte elektronische Gesundheitsakte, die bereits vor Jahren von der Politik geplant, vom Gesetz gefordert aber bis heute nur von privaten Anbietern wie vitabook realisiert wurde, haben Bürger Zugriff auf ihre eigenen Gesundheitsdaten. Mehr noch: Sie können alle bereits entstandenen Daten von den jeweiligen Ärzten, Laboren oder Kliniken anfordern und sich sicher digital in ihre Akte „überweisen“ lassen. Dabei unterliegt die elektronische Gesundheitsakte allein der Hoheit des Inhabers. Ausschließlich der Patient entscheidet also, wem er welche Daten zur Ansicht zur Verfügung stellt.  

 

„Die Digitalisierung und damit einhergehend die elektronische Gesundheitsakte rücken den Patienten an den Platz innerhalb des Gesundheitswesens, der ihm zusteht: ins Zentrum“, so Markus Bönig. 


Keine Kommentare

Keine Kommentare gefunden.
Falls Sie einen Kommentar abgeben wollen, müssen Sie sich vorher einmalig registrieren.
 
IM INTERVIEW
20.08.2018
Ulrich Zerreßen, Geschäftsführer und Einrichtungsleiter der Senioren- und Pflegezentren Bethanien

Durch den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft stehen wir aber in den nächsten Jahren auch in der Pflege vor erheblichen Herausforderungen. Diese gilt es, mit allen zur ...


IM BLICKPUNKT
15.08.2018
Digitale Gesundheit: Klarer Job der Krankenkassen

eGA, ePA, eGK, ePF - gesprochen wird gerade viel über die digitalen Lösungen, die das Gesundheitswesen besser, schneller und transparenter machen sollen. Doch nur jeder Sechste ...


NEUESTE BEITRÄGE
14.08.2018
„Leasing gehört mittlerweile für viele zu einer ausgewogenen Unternehmensgestaltung dazu.“

Wie funktioniert Leasing im Pflegeheimbereich? Und was (Produkte/Dienstleistungen) kann geleast werden?   Frank Köthe: Es funktioniert sehr einfach und unkompliziert. Wir ...


03.08.2018
Die Roboter kommen

Panda ist nur ein Roboterarm. Doch der Arm kann greifen, selbst fühlen und vor allem eigenständig neue Bewegungen erlernen. Auf dem Hauptstadtkongress beeindruckte der ...


24.07.2018
„Im Pflegebereich steht und fällt die ganze Arbeit mit den Mitarbeitern – kann ich keine Mitarbeiter halten, weil sie sich hier nicht wohlfühlen, kann ich auch keine Bewohner mehr aufnehmen."

Herr Wagner, warum haben Sie in Ihrem Haus die AAP-Mitarbeiterbefragung durchgeführt? Was wollten Sie darüber herausfinden?   Mathias Wagner: Das ist ganz einfach: Ich ...


12.07.2018
Die Wörlitzer Parkgespräche machen Lust auf Zukunft

Einen exklusiven Rahmen für diese Veranstaltung bot das UNESCO Weltkulturerbe Wörlitzer Park. Fürst Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ließ diese Anlage in der ...


02.07.2018
„Die wesentliche Triebfeder zur Etablierung von Digitalisierung im Quartier ist der Wunsch vieler Menschen, so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben zu können.“

Die Technisierung und Digitalisierung – auch im Gesundheitswesen – schreitet voran. Beschreiben Sie aus Ihrer Sicht den Status quo in der Pflege. Noch vor ein paar Jahren ...


Xing
LinkedIn Logo